12.10.2016, 14:28 Uhr

Müll richtig trennen

Der Fernitzer Robert Tulnik (3. v. l.), Geschäftsführer der ARGE Kompost und Biogas, zeigt die Vorteile von Kompost auf. (Foto: Lebensressort)

Falsche Trennung von Müll verursacht Millionenkosten. Großes Einsparungspotenzial aufgezeigt.

Nicht nur in der Region ist man beim Umgang damit bereits international führend, auch die gesamte Steiermark hat sich ein umfangreiches Know-how in der Recyclingwirtschaft erarbeitet.
Trotzdem, so Untersuchungen der Montan-Uni Leoben, wird für die Erreichung der EU-Recyclingziele 2030 noch einiges zu tun sein. Deshalb will man beim Land Steiermark die Mülltrennung noch weiter forcieren. "Würden wir unseren Abfall korrekt trennen, könnten wir für die Bürger in der Steiermark jährlich mehr als 20 Millionen Euro einsparen. Biomüll und Verpackungen gehören eben nicht in den Restmüll, Plastiksäcke auch nicht in den Biomüll", so der zuständige Landesrat Johann Seitinger.

Problem mit Plastiksackerl

Eine Detailbetrachtung hat ergeben, dass in Gebieten mit Biotonne der Anteil der Fehlwürfe in die Restmülltonne mehr als doppelt so hoch ist als in Gebieten mit Einzel- und Gemeinschaftskompostierung. Aber auch beim Biomüll treten Fehler auf. Dabei handelt es sich in erster Linie um Kunststoffsäcke, in denen der Biomüll im Haushalt vorgesammelt wird. "In der Praxis kommt es zu einer Vermischung von Bioabfalleinstecksäcken, von Tragetaschen auf Maisstärkebasis und solchen auf Mineralölbasis. Durch die längere Rottezeit der ‚biologisch abbaubaren‘ Kunststoffsäcke hat der Kompostierer sämtliche Säcke, egal, welcher Herkunft, per Hand zu entfernen. Eine Sortierung in ‚gute‘ und ‚schlechte‘ Kunststoffsäcke ist nicht durchführbar", sagt der Geschäftsführer der steirischen Abfallwirtschaftsverbände Christian Schreyer.
Auch der Tendenz, dass in Österreich täglich mehr als 20 Hektar an fruchtbarem Boden verloren gehen, kann man entgegenwirken, nämlich mit Kompost. "Mit diesem Rohstoff können wir eine gesunde Humusschicht im Boden aufbauen. Mein Dank gilt all jenen, die ihren Bioabfall bereits so trennen, dass dieser nachhaltig weiterverwendet werden kann", berichtet Robert Tulnik, Geschäftsführer der ARGE Kompost und Biogas. Mit einer Info-Kampagne unter dem Titel "Apfelputzen-Razzia" soll die Qualität der Bioabfallsammlung erhöht und der Anteil an biogenen Abfällen im Restmüll verringert werden.
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Hans Baier aus Graz-Umgebung | 15.10.2016 | 18:43   Melden
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