31.08.2016, 11:21 Uhr

So einfach kann EU sein

Projektleiter Georg Müllner, Verein Auxilium, bringt interessierten Gemeindevertretern die Vorteile eines gemeinsamen Europas nah. (Foto: EuropaDirect Steiermark)

Für Bürger und Bürgermeister, die in den vergangenen Wochen auf den Geschmack gekommen sind, bietet die EU attraktive Unterstützung nachhaltiger Gemeindepartnerschaften.

„Wir wollen mit diesem Förderprogramm die strategisch wichtige Achse Steiermark-Adria-Balkan stärken“, betont Projektleiter Georg Müllner vom Verein Auxilium. Schon in der Vergangenheit wurde die Unterstützung für solche Kooperationen gern genutzt. Auf sechs Jahre, von 2014-2020, ist das Förderprogramm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ angelegt. Gab es in der ersten Phase, dem CAP-ABC Projekt, vor allem Basis-Informationen, geht es in Phase Zwei, dem CAPE-AB Projekt, für engagierte Gemeinden darum, sich selbst in einem Netz aus Alpe-Adria-Gemeinden zu definieren. Im Rahmen von Workshops werden die Förderungsmöglichkeiten vorgestellt und Initiativen gesetzt um die Bewohner noch stärker zu aktivieren. Obwohl in Graz, Marburg und Varazdin bereits entsprechende Treffen stattgefunden haben, besteht noch die Gelegenheit, einzusteigen. Bereits im Herbst findet in Graz ein weiterer Workshop statt, zu dem Einladungen an alle Gemeinden ergehen.

Europagedanke

„Europäer zu sein bedeutet für mich, Teil eines Ganzen zu sein, das stärker ist als die Summe seiner Teile. Es bedeutet, gemeinsame Vorteile zu erarbeiten, davon zu profitieren und gleichzeitig bei Problemen solidarisch zu agieren. Dieses Europa soll ein beiderseitiges Geben und Nehmen ermöglichen“, plädiert Müllner für ein breites Bewusstsein für dieses geeinte Europa. Geplant ist, dass Gemeinden zueinander finden, die gemeinsame Schwerpunkte wie Tourismus oder Umweltschutz verfolgen. Auch wenn die Sprache mitunter eine Hürde darstellt, funktioniert die Konversation auf Deutsch oder Englisch meist recht gut. Ein besonderer Bonus ist es natürlich, wenn hier jemand aus der Bevölkerung die Sprache der Partnergemeinde spricht. Viele Gemeinden zeigen sich sehr innovativ und haben bereits entsprechende lokale Sprachkurse initiiert.
„Die Zuständigen sind meist sehr erstaunt, wie viel Förderung es gibt, sofern die Bedingungen erfüllt sind, und wie unkompliziert das Ganze abgewickelt wird“, berichtet Müllner, dass die finanzielle Unterstützung für große ebenso wie für kleine Gemeinden interessant ist. Um eventuelle Barrieren bei den Formalitäten zu beseitigen, hilft nach einer umfassenden Vorinformation auf Wunsch ein mobiles Büro beim exakten Einhalten der Fristen und Ausfüllen der Anträge. Zweimal im Jahr gibt es Gelegenheit, diese einzureichen. Welche Projekte in welcher Höhe gefördert werden, wird in Brüssel entschieden. Dass für alle dasselbe System gilt, sorgt für gerechte Verteilung auf Basis der Qualität der Projektanträge. Ob eine Partnerschaft besteht oder erst gegründet wird, ist egal. Wichtig ist, dass bereits konkret etwas geplant ist und mindestens 25 Gäste aus der Partnergemeinde kommen bzw. am Treffen teilnehmen. Je genauer die Idee ausgearbeitet, je größer die Delegation und je höher der Europa-Wert ist, umso größer sind die Chancen auf einen Zuschuss.

Förderungen

Gemeinden, die an Europa bzw. der EU interessiert sind, können sich jederzeit an das Europareferat des Landes Steiermark bzw. an das Europe Direct Informationszentrum Steiermark wenden. Hier werden auf Anfrage Vorträge und Seminare zu EU-Belangen organisiert. Diese steirische Ansprechstelle für die Initiative „Europa fängt in der Gemeinde an“ des Außen- und Europaministeriums veranstaltet regelmäßige EU-Informationen sowie Brüsselreisen für Gemeinderäte. Schulklassen können eine Förderung in Höhe von € 100,-/Teilnehmer für Klassenreisen in die EU-Hauptstädte Brüssel, Straßburg oder Luxemburg bekommen. Dank der Initiative „Steirische Schülerinnen und Schüler in der EU“ können jungen Menschen europäische Institutionen und die Menschen dahinter vor Ort erleben. Auch die Außenstelle des Landes in Brüssel kann besucht und dabei entdeckt werden, wie eng die Steiermark tatsächlich mit der EU verbunden ist.

Infobox

Speziell jungen Menschen bietet das Netzwerk Jugend.Europa.Bildung eine Fülle an Workshops sowie interaktive Spiele für Schulklassen, Jugendzentren oder Jugendvereine. Zu finden sind diese Angebote unter www.jugendeuropa.steiermark.at.

Weitere Infos zu den Partnerschaften: Europe Direct Informationzentrum Steiermark, Tel. 0316 877 2200, e-mail europe-direct@steiermark.at oder www.europe-direct.steiermark.at
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