26.04.2016, 20:25 Uhr

Vergessene Mitmenschen.....

Es ist ein großer Spalt in der Gesellschaft - nicht zwischen Blau und Grün - sondern zwischen den Gewählten, den Politikern und der Bevölkerung. Dieses Phänomen zeigt sich nicht nur in Österreich, sondern überall entstehen neue Parteien, oder es zerfallen alte Parteien in diverse Lager. Die Eliten in der Politik haben das letzte Quäntchen an Vertrauen verspielt, und das ist auch nicht mehr regenerierbar.

Die letzte Wahl war eine deutliche Abrechnung mit der Regierungspolitik. Die Methoden des Zauderns und Zögerns sind abgestraft worden. Das Verhalten der Bundesregierung hat die Bevölkerung verärgert. Bei Vielen entstand ein Gefühl: Keiner ist für „uns“.

Menschen fühlen sich durch Sorgen um den Arbeitsplatz, die bloße Existenz oder von mir aus auch nur durch den individuell wahrgenommenen sozialen Abstieg bedroht. Man kann sich vielleicht das neue Smartphone oder den neuesten Flachbildschirm nicht mehr leisten.

Sie neigen in ihrem Frust traditionell weniger dazu, sich gegen die zu erheben, die sie bedrohen: nämlich die Arbeitgeber, die überbezahlten Manager, die Konzerne, welche die Arbeit verlagern oder die neoliberale Politik. Es ist schwierig, auf diese loszuschlagen, also konzentriert man sich auf die sozial und hierarchisch unten Stehenden, wie Ausländer, Asylsuchende oder Bettler. Denen wird noch das Wenige, das sie haben, nicht vergönnt.

Das gemeinsame „Keiner ist für uns“- Gefühl der Mitbürger verbindet natürlich. Eine Partei hat es geschafft, diesen Bürgern mehr zu bieten. Durch Ablenkung von allen anderen Problemen, durch das alles überschattende Asylthema. Kaum verwunderlich also, dass jene Partei immer mehr zulegt, die genau das zu ihrem Parteiprogramm gemacht hat.

Wenn man also die verlorengegangenen Wähler zurückzugewinnen will, muss man deren tatsächlichen Probleme ernst nehmen und lösen! Aber das tut ganz offensichtlich keiner der Regierenden.

Haben die unzähligen Reformen etwas gebracht? Die Bildungsreform hat vielleicht nur Verantwortlichkeiten geregelt, werden die Kinder dadurch in Rechnen, Schreiben oder sozialem Verhalten besser unterrichtet?
Brauchen wir nicht endlich eine Verwaltungsreform? Brauchen wir so viel Bürokratie?

Jeder hat dieselben Rechte. Nur ist das Rechtbekommen noch bezahlbar? Müsste es nicht im ganzen Land nur ein Recht geben und in jedem Bundesland dieselben Gesetze. Müssen Länderkaiser so viel Macht haben? Für die/den einfache(n) Frau/Mann ist vieles nicht verständlich. Kann es nicht einfacher und übersichtlicher werden? Versuchen sie bitte einmal das Gesetzbuch zu lesen. Wer sich dabei auskennt muß echt studiert haben. Der Gesetzgeber verlangt aber, dass jeder Bürger die Gesetze kennen muß/soll.
Was ist falsch am System? Der Wille es zu verbessern!

Denn vereinfacht die Wirtschaftspartei Regeln für Betriebsgründungen, Start-ups, neue Unternehmungen etc. und weitere Bürokratie? Nein.
Sorgt die sozialdemokratische Partei für einen sozial gerechten Ausgleich, etwa durch Erbschaftssteuern oder Einschränkung des wild wachsenden Turbokapitalismus? Nein.

Werden die Kleinen dagegen ständig mehr schikaniert und ihre im Wohlfahrtsstaat erworbenen kleinen Rechte und Zuwendungen gekürzt? Leider JA!

Was ist die logische Folge daraus? Dann werden die Bürger eben ärgerlich, zeigen ihrer ehemaligen politischen Heimat den Stinkefinger – und wechseln zu den Protestparteien.

Wer von VIELEN gewählt werden will, muss eine Politik machen, die VIELEN was bringt!

Nun, ich bin nicht naiv. Ich weiß schon, dass es da um Verflechtungen und erworbene Positionen in den Parteien, Freundschaftsdienste, Verpflichtungen, Druck von der Wirtschaft und so weiter geht.

Ein Umdenken ist also gefragt. Wer es jetzt schafft in Österreich Stärke und Präsenz zu zeigen, hat die Chance auf eine politische Zukunft. Denn ohne die „vergessenen Mitmenschen“ kann man keine Wahlen gewinnen. Es scheint, als hätten die „vergessenen Mitmenschen“ versucht, sich bei der Politik wieder in Erinnerung zu rufen.

Wenn Parteien nicht bald beginnen, sich diese Mitmenschen zurückzuholen, war's das mit diesen Parteien.

Meine bescheidene Meinung,
Otto
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