05.10.2016, 21:29 Uhr

Villa Musica

3. Teil: Die Reise in meine Vergangenheit.

Unser gebuchtes Ziel war eine Ferienwohnung in der "Villa Musica. Wir hatten sie ohne Mühe gefunden oder war es Zufall, denn die Villa war versteckt hinter großen Bäumen von der Straße her nicht sichtbar.

Der Empfang war herzlich. Vom Beginn an war etwas Interessantes zu sehen: beim Eingang stand ein ausgedientes Klavier, im Klavierkasten waren Blumen gepflanzt. Voll Neugierde war meine erste Frage, wie das Haus zu seinem Namen kam. Die Vermieterin begann zu erzählen, dass sie und ihre beiden Töchter eine musikalische Familie bilden. Früher gab es auch einen Mann, mit dem sie in der Band „Folks“ viele Auftritte und sogar Konzertreisen unternommen hatte. Sie war Leadsängerin der Gruppe. Wir tratschten noch über die verschiedenen Arten von Musik, von Klassik bis Volksmusik und vergaßen so, dass wir wegen der Ferienwohnung kamen.
Der Aufenthalt in der Villa Musica war von Beginn an ganz nach unserem Geschmack, eine kleinen Ferienwohnung und eine Zimmervermieterin, mit der man sich unterhalten konnte.

Die Wohnung war nett eingerichtet und vom Schlafzimmer aus konnte man auf die Terrasse. Ein kleines Biotop mit Goldfischen gab der Terrasse etwas Besonderes. Weil schönes Wetter war, konnten wir sogar im Freien unser Abendbrot genießen.

Gebucht hatten wir zwei Übernachtungen, denn am zweiten Tag war der Besuch des Chiemsees auf dem Programm. Ein solcher Besuch ist sehr ermüdend. So sind wir am Nachmittag gerne in die Villa Musica zurückgekommen. Es ergab sich dadurch die Möglichkeit, wieder mit der Vermieterin zu plaudern. Das Thema war ihre Vorliebe für Heilpflanzen, die im Garten wucherten. Was vielleicht für viele als Unkraut angesehen werden konnte, war bewusst so belassen worden, um Samen fürs nächste Jahr zu bekommen. Selbst Brennnesseln und Löwenzahnblätter stehen bei ihr auf den Speiseplan, versicherte sie uns.

Sie machte uns auch noch auf die selbst-gebastelten Musikinstrumente aufmerksam, die in der Ferienwohnung ausgestellt waren. Auch über die Möglichkeit, mit den Gästen einen musikalischen Abend zu gestalten, sprach sie mit schmunzelnden Gesicht. Eine interessante, vielseitige Frau, wie uns schien.

Später, wieder zuhause, habe ich im Net nachgeforscht und dabei entdeckt, dass unsere Gastfrau aus der Theaterszene kommt. Sie stand im unter anderem im “Theater das Narrenschiff” in Rosenheim, Deutschland, in verschiedenen Produktionen auf der Bühne. Auch erarbeitete sie das Konzept für ein Programm mit Liedern und Gedichten des kanadischen Künstlers Leonard Cohen. Sie beschäftigte sich intensiv mit den Biographien und der Musik des Künstlers und erstellte ein lyrisches und musikalisches Programm, dessen Ziel sein sollte, 40 Jahre künstlerischen Schaffens widerzuspiegeln.
Von den 60er Jahren mit “So long Marianne” und “Suzanne” in die 70er mit “Lover,Lover...” und “Who by fire”. Im zweiten Konzertteil dominieren die 80er Jahre mit “Hallelujah” und “Take this Waltz”, um dann mit “I had to go crazy to love you” aus der aktuellen CD (erschienen im März 2012) zu enden. Claudia Rucker erzählt aus seinem Leben und davon, dass manche Liebe ihn zu einem Gedicht oder Song inspiriert hat. Ihre Gruppe, „Folks“ spielten besonders gerne Songs von Leonard Cohen voll mit Lyrik des kanadischen Sängers, Songschreibers und Poeten. Seine Lieder und Gedichte erzählen von einem gelebten Leben vom Schmerz und vom Glück. Seit dem Ausscheiden ihres Mannes, gibt es die Gruppe „Folks“ nicht mehr. Schade.

Wir Reisenden, waren also Gast bei einer bekannten und begabten Künstlerin

.
Heute arbeitet sie in der bekannten Kinderklinik von Aschau in der Abteilung für psychotherapeutische, humanistische Behandlungsmethoden.
Leise hörten wir, als wir abends schon im Bett lagen, bekannte Weisen auf dem Klavier. Sie übt noch täglich, hat sie uns erzählt.

Der Zufall brachte uns in die Villa Musica, ein echtes Erlebnis.

Der Beitrag wird vorgesetzt.

PS.: Leider sind meine Fotos von der „Villa Musica“, durch einen Hackerangriff auf meinen PC beschädigt worden. In den letzten Tagen habe ich fieberhaft gearbeitet, die Fotos der Villa Musica und der weiteren Reise zu retten.
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Erika Bauer aus Bruck an der Mur | 06.10.2016 | 03:14   Melden
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Daniela Hofer aus Wieden | 06.10.2016 | 12:11   Melden
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Poldi Lembcke aus Ottakring | 07.10.2016 | 22:16   Melden
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