10.05.2016, 18:00 Uhr

Über Tracht, Heimat und die Landjugend

Ein Prost auf die Tracht: Helmut Kalander unterhält sich mit seinen Kunden gerne auch in der hauseigenen Almbar. (Foto: WOCHE)

Zum Unternehmer-Interview haben wir uns mit Helmut Kalander getroffen und über die Tracht gesprochen.

GRATKORN. WOCHE: Tracht ist Trumpf – heute mehr denn je. Wie hat sich das Geschäft mit der Tracht im Laufe der Zeit gewandelt?
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass sich alle sieben bis neun Jahre ein Wandel bemerkbar macht. Von 2009 bis 2013 etwa gab es einen enormen Hype um die Tracht. Manche Modeketten wollten auf den Zug des Fachgeschäfts aufspringen. Quereinsteiger haben es allerdings schwer.

Was macht Ihr Fachgeschäft besonders?
Bei uns steht das Zwischenmenschliche und der persönliche Umgang mit den Kunden im Vordergrund, der sich an unserer hauseigenen Almbar beweist. Ich bin froh, dass wir einen Mitarbeiterstab haben, der sich durch fachliche Kompetenz und ein natürliches, freundliches Wesen auszeichnet. Ich bin auch sehr stolz darauf, dass wir über Mundpropaganda bekannt wurden. Gratkorn ist ein guter Standort, man ist sowohl am Land als auch schnell in der Stadt. Mittlerweile liefern wir sogar weit über die Landesgrenze hinaus.

Die Tracht steht für Heimat. Was ist Ihre Definition dafür?
Heimat ist, wo man geboren wurde und großgeworden ist. Erst, wenn man woanders ist, schätzt man zum Beispiel die heimatliche Natur, Tierwelt und auch den Wert von Freundschaft.

Welche Aufgabe hat die Tracht dabei?
Ich denke, man verspürt vermehrt einen Patriotismus im Land. Die Tracht trägt dieses Gefühl nach außen und zeigt: Wir sind Österreicher, wir sind Steirer. In Zeiten der Veränderung, in denen alles unpersönlicher wird, zeigt die Tracht Traditionen und Zugehörigkeit.

Sie verstaubt also nicht im Kleiderschrank?
Aber nein. Die Tracht hat einen hohen Stellenwert und ist Teil des Alltags. Man trägt sie auf Familienfesten oder auch Firmenfeiern. Vom Baby bis zum Pensionisten – Tracht ist für jedermann.

Sie unterstützen sehr aktiv die Jugend. Warum ist Ihnen das wichtig?
Die Landjugend etwa ist eine Institution, die für Werte eintritt. Sie ist immerhin die Jugend unseres Landes. Es gibt im Moment auch ein Projekt mit Maturanten. Schüler der HLW Schrödinger sind an mich herangetreten. Kern ihrer Diplomarbeit ist, wie man als Unternehmer erfolgreich wird bzw. sein kann. Ich helfe gerne aus. Auch wenn es darum geht, der Jugend den Eintritt ins Berufsleben zu erleichtern.

Zum Unternehmer

Helmut Kalander wurde am 6. Juli 1962 in Graz geboren. Nach der Handelsakademie in Graz war er tätig als: Bankangestellter bei der RB Gratwein, im Versicherungswesen sowie im Sportaußendienst. Privat ist er seit 15 Jahren Bundesligatrainer. Donawitz, Kapfenberg, Voitsberg, Fürstenfeld, Maria Lankowitz sind nur einige Orte, an denen der passionierte Fußballtrainer schon tätig war.
Lebensmotto: "Ich mache das, was mir Spaß macht. Für Energieräuber habe ich nur kurzfristig Zeit!"

Zum

Unternehmen

1992 eröffnete Helmut Kalander ein Sportfachgeschäft. Seit 2008 ist er Firmeninhaber von 'Trachten Helmut Kalander'. Die Idee zur Firmengründung kam dem Fußballtrainer, als er die "Tracht & Country Messe" in Salzburg besuchte. Neben fachlicher Kompetenz und der hohen Qualität der Produkte punktet das Geschäft 'Trachten Helmut Kalander' mit einer Änderungsschneiderei. Zudem werden neue Kollektionen und Eigenkollektionen immer wieder bei Modenschauen und diversen Veranstaltungen vorgestellt. Mit dem 'SteirerJogger' und der 'veganen Lederhose' bietet Kalander auch einen Einblick in die Kollektion 'Tattoo trifft Tracht', die vom Tattoo-Künstler André Zechmann kreiert wurde. Es gibt vier Mitarbeiter, die sich in den Betrieb einbringen.
Kontakt: 'Trachten Helmut Kalander', Grazer Straße 14, 8101 Gratkorn, Tel.: 03124/23030, Web: www.kalander-trachten.at

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