13.04.2016, 11:32 Uhr

ÖAMTC informiert über Verkehrsstrafen im Ausland

Ob beim verlängerten Wochenende oder bei der Urlaubsreise – im Ausland winken Verkehrssündern oft hohe Strafen. (Foto: Bilderbox)
Ein Wochenendtrip mit dem Auto ins benachbarte Ausland oder eine längere Autoreise in andere europäische Länder: Wer mit dem Auto ins europäische Ausland reist, sollte sich vor der Abfahrt über die vor Ort geltenden Verkehrsbestimmungen informieren. "Die Strafen für Verstöße im Ausland können stark von denen in Österreich abweichen. Außerdem haben sich im Vergleich zum Vorjahr einige Strafsätze aufgrund des Wechselkurses bzw. aufgrund neuer Bestimmungen geändert", erklärt ÖAMTC-Tourismusexpertin Livia Savic.

Alkoholsünder werden bestraft

Streng bestraft werden vor allem Fahrten unter Alkoholeinfluss. Hat der Fahrer etwa in Italien eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,5 Promille, kann das Fahrzeug sogar enteignet werden, sofern der Fahrer auch der Eigentümer ist. In Schweden droht bereits ab 1,0 Promille eine Freiheitsstrafe von einem Monat, in Spanien ab 1,2 Promille drei Monate. Am teuersten kann Alkohol am Steuer in Großbritannien werden – hier können bis zu umgerechnet 6.500 Euro fällig werden. In Malta wird ein solches Vergehen mit einem Strafgeld ab 1.200 Euro geahndet.

Länderspezifische Strafen

* Skandinavien: Die skandinavischen Länder sind europäische Spitzenreiter bei der Höhe der Strafen. Zu schnelles Fahren kostet in Norwegen ab 420 Euro, Rotlicht- und Überholverstöße 600 Euro. In Finnland und Schweden orientiert sich der Strafrahmen hingegen am Einkommen – wer mehr verdient, zahlt auch mehr.
* Italien: "In Italien muss man besonders in der Nacht auf die Geschwindigkeit achten. Eine Übertretung der Geschwindigkeitsbeschränkung zwischen 22 und 7 Uhr kostet um ein Drittel mehr. Aber auch tagsüber sind die Strafen streng: Bei einer Geschwindigkeitsübertretung um 20 km/h drohen mindestens 170 Euro Strafe, mindestens 160 Euro kostet es, wenn man am Steuer ohne Freisprecheinrichtung telefoniert", so Savic.
* Kroatien: Übersieht man in Kroatien eine rote Ampel, werden 260 Euro fällig. Wer 20 km/h zu schnell fährt, zahlt ab 65 Euro, bei 50 km/h zu viel sind es mindestens 660 Euro Strafe.
* Ungarn: Auch hier können Verkehrsverstöße teuer werden. Alkohol am Steuer wird streng kontrolliert und mit Beträgen bis 970 Euro bestraft. Eine überfahrene rote Ampel kann bis zu 330 Euro kosten.
* Spanien: Spanien geht besonders rigoros gegen Falschparker vor – bis zu 200 Euro werden fällig. Wer ohne angelegten Gurt fährt, muss ebenfalls tief in die Tasche greifen: Der Strafrahmen dafür beginnt bei 200 Euro. Bei mehr als 0,5 Promille am Steuer droht eine Geldstrafe ab 500 Euro.

Strafzettel nicht wegwerfen

"Offene Strafen aus dem EU-Ausland können auch in Österreich zwangsweise eingetrieben werden. Daher sollten ausländische Strafzettel keinesfalls ignoriert werden", rät die ÖAMTC-Touristikerin. Auch bei der Wiedereinreise in das Urlaubsland ist die Einforderung der Strafe möglich. Wer einen ausländischen Strafzettel erhält, kann sich zur Klärung der Zahlungsverpflichtung an die ÖAMTC-Rechtsberatung wenden – nähere Infos findet man unter www.oeamtc.at/rechtsberatung.
Detaillierte Infos zu den Verkehrsbestimmungen verschiedener Reiseländer sind in der ÖAMTC Länder-Info unter www.oeamtc.at/laenderinfo verfügbar.
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