04.05.2016, 11:00 Uhr

Business in Sneakers – Graz persönlich mit Gastronomin Judith Schwarz

Tradition kombiniert mit Zeitgeist – so beschreibt Judith Schwarz die Landhauskeller-Philosophie. (Foto: Prontolux)

Vom Bio-Bauernhof in die Grazer Gastro-Szene. Judith Schwarz über die Liebe zu ihrem Job und ihrer Heimatstadt.

Sonnenschirme werden im Gastgarten aufgespannt, Kisten hin- und hergetragen, die ersten Kellner trudeln ein, um ihren Dienst anzutreten. Schauplatz: Landhauskeller. Wo sonst würde man Gastronomin Judith Schwarz zum Gespräch treffen?

Tradition mit frischem Wind

„Akira, komm her!“– eine Schäferhündin läuft um die Ecke, dicht gefolgt von ihrer Besitzerin. „Sie begleitet mich überall hin“, ruft uns Judith Schwarz entgegen. Einer der Gründe, warum die Unternehmerin fast nur in Turnschuhen anzutreffen ist.
„Und meine Arbeitswege ziehen sich vom Café Promenade über das Aiola am Schloßberg hin zum Landhauskeller – das geht mit Sneakers auch leichter als in Stöckelschuhen“, schmunzelt die Geschäftsfrau, die sich in den vergangenen 13 Jahren mit ihrem Mann Gerald einen Namen in der städtischen Gastro-Szene aufgebaut hat. Seit 2015 zählen auch die Tradtionsbetriebe Landhauskeller und Café Promenade zu ihren Errungenschaften. „Wir wollten da einen neuen Wind reinbringen. Unser Alltag ist stressig, weil wir uns immer neue Projekte aufhalsen, aber wir können beide nicht ruhigsitzen und es macht uns großen Spaß.“

Von Graz nach Kroatien

Wenn die gebürtige Grazerin dann einmal abschalten möchte, gelingt ihr das am besten beim Spazierengehen. „Das mag ich an Graz – du erreichst alles so gut zu Fuß. Und das mediterrane Flair in der Stadt gefällt mir super.“
So kann sich Schwarz nicht mehr vorstellen, nach Wien oder gar Deutschland zu expandieren. „Ein Pluspunkt hier ist einfach auch die Nähe zu Kroatien“, scherzt die reisefreudige Unternehmerin. Während wir die Einrichtung des Landhauskellers betrachten, erklärt sie weiter: „Ich finde, man kann von überall etwas mitnehmen und sich inspirieren lassen – auch von einem kleinen, normalen Lokal in Kroatien.“

Mit Schwung und Schmäh

Der Elan, mit welchem Schwarz von ihrer Arbeit spricht, macht klar: Etwas anderes als die Gastronomie käme für sie nicht infrage. „Dabei wollte ich Tierärztin werden. Ich bin ja auf einem Bio-Bauernhof im Burgenland aufgewachsen.“ Dann hat sie aber das BWL- und Jusstudium nach Graz zurückverschlagen. „Ich habe oft vergessen, auf die Uni zu gehen, weil mich das Arbeiten damals mehr interessiert hat.“
Vom Kellnerjob zur Chefin von 190 Mitarbeitern. „Sicher merke ich mir alle Namen, das ist wichtig. Die Gastro hat viel mit Kommunikation und Offenheit zu tun.“ Und an dieser mangelt es der quirligen 38-Jährigen bestimmt nicht. So klingelt mehrmals ihr Handy, wird ein Gast besonders begrüßt und der Barkeeper sofort ins Gespräch eingebunden: „Na, Raphi, sag halt wie du mich beschreiben würdest!“ – „Lustig, ehrlich und konsequent“, kommt es von einem lächelnden Gesicht hinter der Theke zurück.

Steckbrief

Geboren am 11. 11. 1977 in Graz.
Ist Gastronomin.
Seit 2010 mit Gerald Schwarz verheiratet, den sie 2002 kennengelernt hat.
Lebte von ihrem siebten bis 19. Lebensjahr im Burgenland.
Ging für ein BWL- und Jusstudium nach Graz.
Wuchs auf einem Bio-Bauernhof auf.
Wollte ursprünglich Tierärztin werden, bevor es sie in die Gastronomie verschlug.
Betreibt gemeinsam mit ihrem Mann Gerald Schwarz den Landhauskeller, das Café Promenade sowie das Aiola Upstairs und Aiola im Schloss.

WOCHE-Wordrap

Mein erstes Geld habe ich verdient ...
… beim Kellnern.
Am liebsten esse ich …
…alles, was meine Oma kocht. Das ist so typisch ungarische Küche, da sie gebürtige Ungarin ist.
Mein erster Gedanke in der Früh ist …
… was steht denn heute auf meinem Terminkalender?
Das habe ich von meinen Eltern gelernt ...
… Kreativität.
Mit 85 Jahren möchte ich sagen können, dass ...
… ich gerade von einem Städtetrip retour gekommen bin.
Unter der Dusche singe ich gerne ...
… „Natural Woman“ von Aretha Franklin.
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