07.08.2016, 10:14 Uhr

Lauwarmes Rückspiel mit 'Freeman' Joe Kreissl

Seltsame Geräusche begleiteten die beiden während ihrer Innenhofsitzung eines Wohnblockes inmitten von Graz.
Graz: Forum Stadtpark | Im Rahmen des Ubuntu-Festes in den Katakomben der Papierfabrik in Graz, fand unser Freeman vor seinem großen Auftritt ein wenig Zeit und Muße, sich mit den Fragen eines neugierigen Zaungastes näher zu befassen. Gemeinsam sprachen Christian und Joe über Fehler im System, mögliche Lösungsansätze für gesellschaftliche Probleme, sein Image als 'Freeman' und die Überwachung seiner Person von staatlichen Behörden. Teil 2 einer bisher eher lauwarmen Gesprächsserie, die dennoch das eine oder andere Schmankerl zu bieten hatte.

Es war ein ruhiges, unspekatakuläres Plauscherl mit Joe inmitten einer Grazer Wohnblocksiedlung, die als Kulisse für das Gespräch diente. Hinter der Kamera wurden noch letzte Meinungen ausgetauscht, die auf ein sehr anregendes Gespräch hindeuteten. Doch vor der Kamera war wieder alles sehr verlegen. Man bekommt den Eindruck, als müsse man in Österreich verdammt aufpassen, was man in der Öffentlichkeit sagt.
Ein weiterer Grund, warum Joe und ich nicht richtig in Fahrt gekommen sind, könnten die verschiedenen geistigen Wellen sein, auf denen wir beide 'surften'. Dies zeigte vorallem meine Frage nach Joes Wissensstand über das Umerziehungsprogramm der Alliierten nach 1945 in Deutschland auf, wo Joe dezent passen mußte und sich erst Bedenkzeit erbat, um sich in die Thematik für den dritten Teil einzugoogeln. Erst wenn es zu einer Synchronisation beider Weltanschauungen gekommen ist, verspricht der dritte und letzte Teil dieser Gesprächsserie vielversprechend und intellektuell hoch anregend zu werden - mit hoffentlich praktisch anwendbaren Lösungsansätzen für den Otto-Normal-Zuschauer.

Zum Grazer Rückspiel und Teil 2 des in Kärnten begonnenen Gesprächs


Dennoch, wenn man sich das Gespräch 10-20 mal hintereinander ansieht versteht man immer besser, worauf beide eigentlich hinauswollen: einen nachhaltigen, tiefgreifenden, friedlichen Wandel in der Gesellschaft. "Das können wir mit Gesprächen von Mensch zu Mensch bewerkstelligen. Dazu brauchen wir keine Waffen", meinte Joe, "das machen wir auf die klassische österreichische Art, bei Kaffee und Kuchen."

Ob sein Freeman-Konzept und "Erlösterreich" die Probleme der Menschen in unserem Land Abhilfe verschaffen können, wagte ich vor laufender Kamera zu bezweifeln. Auch mußte sich Joe der scharfen Frage stellen, ob er sich nicht widerspricht, indem er einerseits von der Gesellschaft mehr Verantwortung fordert, andererseits jedoch einfach seine Frau mit den gemeinsamen Töchtern zurückläßt.

Am Ende stellen beide fest, daß ihnen der Gesprächsstoff noch lange nicht ausgegangen ist, das Zusammenspiel zwischen Fragesteller und Interviewgast noch einiges an Potential bietet und alles danach aussieht, als würde es in einem dritten Teil münden und enden.

Diesmal - so die Planungen - als Heimspiel für Joe im Schloßpark in Oberösterreich.

Dann, so meine Überlegung, werden die letzten Hemmungen fallen und die richtig intimen Fragen gestellt, die nicht nur Joe, sondern auch mir tief auf den Zahn fühlen sollen um festzustellen, wie alltagstauglich die Lösungsvorschläge für die Alltagsprobleme der Österreicherinnen und Österreicher tatsächlich sind und wo beide dazu aufgefordert werden, vor laufender Kamera Farbe zu bekennen.
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