09.06.2016, 08:30 Uhr

Sex, Drugs & Rock’n’Roll

15 Gitarren besitzt Robby Musenbichler: „Aber ich bin kein Sammler, andere haben 50.“ (Foto: geopho.com)

Der Gitarrist über Talenteförderung, den Rockstar-Lifestyle und Auftritte vor 200.000 Zuschauern.

Robby Musenbichler sitzt in seinem Studio am Stadtrand von Graz und erzählt davon, wie er als 12-Jähriger in Knittelfeld innerhalb eines Monats das Gitarrespielen gelernt hat, um in die Schulband zu kommen und er erzählt von Maturabällen und 5-Uhr-Tees, bei denen er mit Stones, Beatles oder Jimmy Hendrix-Coverversionen aufgetreten ist, als plötzlich sein Handy läutet. „Hallo Reinhard! Wie geht’s?“, sagt der Gittarist in seinem steirischen Dialekt ins Telefon und wer Austropop-Fan ist, ahnt vielleicht, wer am anderen Ende der Leitung sitzt – und tatsächlich: Es ist Reinhard Fendrich, in dessen Band Musenbichler seit 1999 spielt, beim Donauinselfest 2007 sogar vor unglaublichen 200.000 Leuten. „Da kommt eine Welle an Begeisterung auf die Bühne zurück, das ist ein Wahnsinn“, erinnert sich der Musiker, der mit seinen blonden Locken immer noch so aussieht, wie das Paradebeispiel eines 80er-Jahre Rockers.

Frankfurt und Tokyo

Wahrscheinlich, weil er genau das auch war, denn zwischen Auftritten zum 5-Uhr-Tee in Knittelfeld und begeisterten Massen auf der Donauinsel ist viel passiert. Gemeinsam mit Boris Bukowsky – dessen Hit „Kokain“ er übrigens komponiert hat – war Musenbichler während seiner Studentenzeit in den 1970ern zum Beispiel Mitglied von „Magic“, damals eine der ersten erfolgreichen Austropopbands. Nach Auftritten bei Bandwettbewerben im ganzen Land und bei ersten Fernsehshows wie „Spotlight“ oder „X-Large“ ist der Knittelfelder dann 1978 nach Frankfurt gezogen, wo er schnell als Studiomusiker gefragt war. Drei Jahre später war es dann Zeit für etwas Eigenes und Robby Musenbichler gründete „Tokyo“. „Das war ein internationaler Act, der weltweit veröffentlicht wurde, wir haben drei Alben gemacht.“

Groupies

In diese Zeit fallen auch gemeinsame Festivals mit Superstars wie Joe Cocker, Rod Stewart oder Toto. „Wir haben mit diesen Leuten im Line-up auf Festivals gespielt und da lernst du sie auch kennen. mit „ZZ Top“ oder mit Roger Chapman haben wir gequatscht und uns ausgetauscht und auch Joe Cocker war total locker.“ Damals hat Musenbichler auch den Rock’n’Roll-Lifestyle kennengelernt, aber zerstörte Hotelzimmer hat er lieber anderen überlassen: „Klar haben wir gefeiert und Spaß gehabt und es hat auch Groupies gegeben. Aber die Zeit ist vorbei.“

Talente

Heute geht es der Musiker lieber ruhiger an, damit aber später vielleicht auch andere Steirer ähnliche Erfahrungen machen, hat Musenbichler gemeinsam mit dem ORF-Steiermark „Take your chance“ ins Leben gerufen, mit dem er Talente entdecken und fördern möchte: „Ich habe in meinem Leben über 1.000 Produktionen gemacht, mir ist es wichtig, etwas von meiner Erfahrung weiter zu geben.“ Bis 31. Juli können steirische Singer & Songwriter aus dem Rock- & Pop-Genre ihre Demo-Songs an steiermark.ORF.at/takeyourchance schicken.

INFO

Steckbrief
Name: Robby Musenbichler
Geboren am 17. Jänner 1955 in Knittelfeld.
Vater von Linda (32), Benny (28) und Lara (14).
Ist Gitarrist, Sänger, Komponist und Produzent.
War als Pädagogik-Student in Graz Mitglied der Band „Magic“, u. a. gemeinsam mit Boris Bukowsky und Günter Timischl.
Ab 1978 in Frankfurt als Studiomusiker erfolgreich.
1981 Gründung der Band „Tokyo“, mit der er international erfolgreich war.
Seit 1990 wieder in Graz.
Ist u. a. Teil von Reinhard Fendrichs Band, gründete 2004 „Rox4“ und ist auch mit „Tokyo“ wieder aktiv.
Web: www.robbymusenbichler.com/studio

Wordrap
In der Früh denke ich als erstes daran ...
... was ich heute zu tun habe.
Ich gehe zufrieden ins Bett ...
... wenn ich keinen Stress habe.
Wäre ich noch einmal 18 ...
... wäre es schön, die Erfahrung von heute zu haben.
Ich schalte das Radio ab, wenn ...
... ich Fast-Food-Musik höre.
Mein größter Erfolg abseits der Musik ...
... sind meine Kinder.
Ich werde laut, wenn ...
... ich den Verstärker einschalte.
In meiner Grammy-Dankesrede bedanke ich mich ...
... bei meinen Eltern für mein Talent, bei meinen Freunden, ...
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