13.04.2016, 10:46 Uhr

Warum verliebe ich mich immer in den Falschen?

Unglücklich? Gelernte Beziehungsmuster abzulegen, braucht Zeit und Geduld. (Foto: Bilderbox)

Richtig oder falsch – Die Partnerwahl ist keine leichte. Der Psychologe gibt Rat, wie es dennoch gelingen kann.

Zunächst scheint es perfekt, doch dann stellt sich die Beziehung nicht als die wahre heraus. Dr. Streit weiß, was zu tun ist, wenn wir uns den falschen Partner oder die falsche Partnerin aussuchen.

Die Partnerwahl
Ein deutscher Wissenschaftler hat berechnet, dass wir im Schnitt 37 Versuche brauchen, um den idealen Partner zu finden. Für jemanden, der einigermaßen zu uns passt, reichen etwa zwölf Probeläufe. Wer sich also in den „Falschen“ oder die „Falsche“ verliebt, ist nicht allein. Die Gründe, warum es nicht funktioniert, können verschiedene sein. Eine mögliche Ursache ist, dass wir unsere Partner unbewusst so wählen, dass unsere Schwachstellen nicht in uns, sondern dem Gegenüber repräsentiert werden. Wer wiederum zu wenig Selbstachtung hat, kämpft mit der „Ich verdiene es nicht besser“-Haltung und übernimmt gelernte Beziehungsmuster.

Der Erfolg liegt in uns
Wir sind die Summe unserer Erfahrungen, weswegen es dauern kann, bis wir erlebte Muster ablegen können. Die gute Nachricht ist, dass der Schlüssel zum Erfolg einer funktionierenden Partnerschaft in uns selbst liegt.
1. Selbstliebe. Wer sich selbst liebt und etwas Wert ist, der kann auch andere angemessen lieben. Bemerken Sie selbst kleine schöne Dinge an sich und umgeben Sie sich mit Menschen, die Ihnen Komplimente überbringen.
2. Offen sein. Wenn Sie bemerken, dass Sie in einer unglücklichen Beziehung sind, dann seien Sie ehrlich zu sich selbst und lassen Sie los.
3. Muster analysieren. Betrachten Sie ihre Beziehungsmuster und schauen Sie weniger darauf, was nicht gelingt, sondern was für Sie wann funktioniert.
4. Nicht festhalten. Versuchen Sie nicht immer dem Optimalen hinterherzujagen.
5. Reden hilft. Suchen Sie das Gespräch mit guten Freunden. Unterstützung hilft in jeder Lebenslage.
6. Handeln statt Warten. Verändern Sie selbst etwas, soweit Sie können, anstatt darauf zu warten, dass der andere sich ändert.
7. Seien Sie stolz. Wenn Sie zu sich stehen, wird dann auch der oder die Richtige kommen.

Der Experte

Dr. Philip Streit ist Psychologe, Psychotherapeut, sowie Lebens- und Sozialberater.
Seit 1994 leitet er das „Institut für Kind, Jugend und Familie“ in Graz, das größte Familientherapiezentrum der Steiermark. Tel.: 0316/77 43 44, Web: www.ikjf.at
Im Jänner 2016 hat er das „M42“, das neue Begegnungs- und Therapiezentrum des Institutes in der Moserhofgasse eröffnet.
Jede Woche beantwortet er in der „WOCHE“ eine Frage aus dem Themenfeld Erziehung und Beziehung.
Ihre Anregungen und Fragen richten Sie bitte an die Redaktion. Die E-Mail-Adresse lautet: elisabeth.poetler@woche.at
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.