22.06.2016, 06:00 Uhr

77.000 Bewohner mehr in Graz bis 2050

Bis zum Jahr 2050 wird es in Graz und Umgebung laut einer Bevölkerungsprognose um einiges enger werden. (Foto: Bilderbox)

Der Zuzug kommt vor allem aus dem Ausland und den restlichen steirischen Bezirken.

Vor allem mehr Arbeitsplätze und oftmals auch ein höheres Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebot sorgen auf der ganzen Welt dafür, dass es immer mehr Menschen in die Städte zieht. Auch der Großraum Graz ist keine Ausnahme dieser Entwicklung: Während die Einwohnerzahl der Steiermark zwischen 2015 und 2050 laut einer aktuellen Bevölkerungsprognose der Landesstatistik Steiermark lediglich um 19.083 Personen oder 1,6 Prozent anwächst (von 1.221.570 Personen auf 1.240.653 Personen), wird es in diesem Zeitraum in der Stadt Graz 28,2 Prozent (in absoluten Zahlen 77.241) Einwohner mehr geben. Graz-Umgebung wird sich gleichzeitig um 17.626 Einwohner oder umgerechnet 12 Prozent vergrößern und weiterhin zweitgrößter Bezirk der Steiermark bleiben. Weitere Zahlen finden Sie in der WOCHE-Grafik (Bild).

Zuzug aus den Bezirken

Es wird also enger im Großraum Graz. Aber woher zieht es die Leute in die Landeshauptstadt und ihre Umgebung? Während der Zuzug in Graz zu 40 Prozent von der internationalen Zuwanderung, zu 35 Prozent aus den anderen steirischen Bezirken und zu 25 Prozent aus dem restlichen Österreich gespeist wird, wächst Graz-Umgebung fast ausschließlich durch jene, die aus dem eigenen Bundesland zuziehen (70 Prozent) – ganz besonders zieht es aber viele Grazer ins Umland. Der Zuzug aus dem Ausland macht hier nur 20 Prozent aus, jener aus den anderen Bundesländern 10 Prozent.

Herausforderungen

Der starke Zuzug zeugt zwar einerseits von der Attraktivität des Großraums Graz, bringt aber auf der anderen Seite auch Probleme mit sich. Vor allem muss massiv Wohnraum geschaffen werden: In Graz entstehen mit Reininghaus und Smart City sogar neue Stadtteile und auch in GU wird an fast allen Ecken und Enden gebaut. „Wir investieren als Land Steiermark ganz massiv in Graz, um dem starken Bevölkerungszuwachs Rechnung zu tragen“, sagt dazu etwa Landeshauptmannstellvertreter Michael Schickhofer, der in der Landesregierung für die Gemeinden zuständig ist und etwa den Ausbau der FH und der Versorgungsinfrastruktur nennt.

Lebensqualität erhalten

Während Graz auch schon bis 2030 den absolut höchsten Zugewinn verzeichnet (plus 49.548 Personen), wächst eine Gemeinde im Bezirk Graz-Umgebung in den nächsten Jahren sogar noch schneller: Premstätten ist mit einem Bevölkerungsanstieg von 23,1 Prozent bis 2030 jene steirische Gemeinde mit dem prozentuell größten Zugewinn. "Ich habe jedenfalls lieber die Probleme einer Zuzugsgemeinde, als jene einer Abwanderungsgemeinde", sagt dazu der Premstättener Bürgermeister Anton Scherbinek. "Wir haben viele Arbeitsplätze, kurze Wege und sind ein Schulstandort. Das sind natürlich Faktoren, die zum Zuzug führen. Natürlich ist das auch eine Herausforderung: Wir müssen bei der Infrastruktur am Ball bleiben, um die Lebensqualität in Premstätten erhalten zu können."
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