30.03.2016, 09:00 Uhr

Das Gartenparadies mitten in der Stadt

Die Heimgartenanlage Langensiepen im Grazer Norden feiert bald 109-jähriges Jubiläum. (Foto: prontolux)

Heim-, Schreber- oder Kleingarten: Das Fleckchen Natur abseits der Wohnung hat eine lange Tradition.

Wiener Straße 208a. Fast unscheinbar verbirgt sich hier an einer der Grazer Hauptverkehrsrouten der Eingang zum Heimgartenverein "Langensiepen". Insgesamt zählt Graz 30 solcher Anlagen. Wir haben uns die älteste angeschaut. Ein schmaler Weg führt vorbei an kleinen Häuschen, Hollywood-Schaukeln und Rosenbeeten. Es duftet nach Blumen und frisch gemähtem Gras.
"Man ist hier mitten in der Stadt und trotzdem komplett weg", meint Anita Thür vom Langensiepenstüberl. Sie hat vor ein paar Monaten das zentral gelegene Vereinsgasthaus übernommen. "Ich bin zufällig hier gelandet. Die Anlage ist riesig, sie erstreckt sich bis zur Schippingerstraße, dort beim Mühlgang."
Mit rund 250 Mitgliedern zählt Langensiepen zu den größten und auch ältesten Heimgärten des Landes. "Wir feiern heuer unser 109-jähriges Bestehen", freut sich Thür. Besonders an der Anlage ist, dass hier keine Holzhütten, sondern Ziegelmassivbauten stehen. "Das war einfach von Anfang an so. Bei uns kann man auch übernachten, weil wir hier Wasser und Strom haben."
Von Turngruppen, Spielrunden bis hin zu Vorträgen über eine richtige Aufzucht bieten Heimanlagen wie Langensiepen ihren Pächtern ein breites Angebot. "Ich denke, dieses Gemeinschaftsgefühl zieht, neben dem Wunsch nach ein bisschen Natur in der Stadt, viele an", so Thür. Und wer einmal eine Parzelle gekauft oder überschrieben bekommen hat, behält sie auch. "Unser ältestes Mitgliederpaar ist 95 und 92. Jetzt müssen sie aufhören, aber nur, weil es nicht mehr anders geht."
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