14.09.2016, 07:00 Uhr

Den Fahrradleichen muss neues Leben eingehaucht werden

Eine zweite Chance will Hans Pauer den vielen "Fahrradleichen" in Graz geben. (Foto: Schaupp)

Hans Pauer von "Rebikel" möchte das Stadtbild verbessern und Fahrradleichen vor dem Verfall retten.

Verwahrlost, vergessen, kaputt – so stehen die vielen "Fahrradleichen" in Grazer Innenhöfen oder an Straßenecken.
"Etwa 1.000 Räder sind es jährlich", meint Hans Pauer von der Reparaturwerkstatt Rebikel. Von 2004 bis 2012 war er mit seiner Truppe für die Abschleppung und vor allem das Recycling dieser abgenutzten Räder zuständig. Mittlerweile werden Fahrradleichen anstatt nachhaltig wiederbelebt zu werden nach dem Abtransport verschrottet. "Wir würden von der Stadt sehr gerne wieder den Auftrag erhalten, die Radleichen neu herzurichten, so wie früher. Dafür bräuchten wir aber Subventionen aus der öffentlichen Hand, damit wir die Arbeitskräfte und Lagerplätze auch kostendeckend bezahlen können", so Pauer. "Denn alte, abgenutzte Räder auf den neuesten Stand zu bringen, ist mit einem hohen Aufwand verbunden."


Firmenwechsel

2014 ging der Auftrag für das Recycling der Räder an den Verein "pro mente" über, mittlerweile werden die Radleichen von der Firma Wuthe abtransportiert und verschrottet.
"Das Unternehmen hat damals die Ausschreibung des städtischen Straßenamtes gewonnen, daher ging unsere Kooperation mit der Stadt zu Ende", meint pro mente-Geschäftsführerin Barbara Haas. Der Verein würde sich aber genauso wie Rebikel eine Wiederaufnahme des Recyclings der Räder wünschen.
"Wir haben 2012 den Umweltpreis der Stadt für 740 ‚wiederbelebte‘ Räder bekommen. Damit konnten umgerechnet rund 70 Tonnen CO₂ eingespart werden", meint Pauer und sieht demnach auch einen großen ökologischen Nutzen in der Wiederverwertung der Drahtesel. "Wir haben einen Laster, mit dem wir 60 Räder pro Fuhr einsammeln können."

Unterstützung fehlt

Der gelernte Architekt bemängelt, dass es im ökologischen Bereich leider an ausreichender finanzieller Unterstützung fehlt. Außerdem sieht er in der Wiederbelebung des Projekts die Möglichkeit der Schaffung von Arbeitsplätzen. "Wir haben Jugendliche vom AMS bei uns, die wir so auch beschäftigen könnten."
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