30.03.2016, 09:30 Uhr

Der Experte erklärt: Stephan Moebius über den Wert "Demokratie"

Soziologe Stephan Moebius erklärt die Demokratie (Foto: geopho.com)

Der Grazer Soziologe Stephan Moebius begleitet die WOCHE-Serie „Wahre Werte“ wissenschaftlich. Was meint er zum Thema Demokratie?

„Mit Demokratie bezeichnet man eine Herrschaftsform, bei der Macht und Regierung vom Volk ausgehen und deren Ursprünge in das antike Griechenland zurückgehen. Dort war es im 5. Jahrhundert vor Christus die Bürgerschaft von Athen, die erste Formen einer radikalen Demokratie entwickelt hat, obwohl damals nur freie männliche Bürger an den Volksversammlungen beteiligt waren.
Wie die meisten Werte ist auch die Demokratie ein Resultat gesellschaftlicher Auseinandersetzungen. Sie beinhaltet insbesondere ein Recht auf freie Wahlen, Schutz der Grund-, Bürger- und Menschenrechte, die Akzeptanz von Opposition, aber auch Presse- und Meinungsfreiheit, sofern sie nicht zur Hetze und zum Aufruf von Gewalt eingesetzt wird.
Eine Art der Demokratie ist die direkte Demokratie, wo direkt vom Volk (und nicht über Repräsentanten im Parlament) über politische Sachthemen abgestimmt wird. Ein Beispiel ist die Volksabstimmung zum EU-Beitritt 1994. Direkte Demokratie funktioniert in der Regel aber nur dann, wenn eine Diskussionskultur vorherrscht und das Volk politisch informiert ist. Sie ist aber höchst anfällig für kurzfristige Stimmungsschwankungen und Populismus.
Neben der direkten Demokratie gibt es außerdem die repräsentative Demokratie, wie wir sie vor allem kennen. Hier werden Repräsentanten für eine begrenzte Zeit gewählt und dazu ermächtigt, zu regieren. Meist haben wir es aber mit Mischformen zu tun.“

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