22.04.2016, 14:53 Uhr

Die Alf Poier Werkschau im Literaturhaus Graz ging heute zu Ende.

Die Muku Muku und ihre drei Schutzcousinen © Alf Poier

Nach Alf Poiers sehr erfolgreicher Retrospektive im Kunstforum Wien, präsentierte er vom 18.3. bis 22.4.2016 sein bildnerisches Werk, schräge Bilder, Zeichnungen und Objekte, die im Zusammenhang mit den Kabarettprogrammen seiner mittlerweile 20jährigen Bühnenpräsenz entstanden sind, im Literaturhaus Graz. Die Ausstellung ging heute zu Ende.

"Alf Poier ist der Neuro-Dadaist des Kabaretts," schrieb Florian Steininger, der Kurator des Bank Austria Kunstforum Wien. "Seine Botschaften sind stets dialektisch und verquert, heben sich im Nonsens auf und sind gleichzeitig erfüllt von Tiefsinnigkeit. Apathisch-Meditatives paart sich mit Neurotisch-Expressivem, philosophische Erkenntnisspiralen prallen auf nihilistische Groteske. Nach der Erleuchtung kommt dann nur noch nix, das Nicht-Denken als höchste Stufe."

Eines vorweg: Der Künstler hatte offensichtlich Spaß, das Publikum beim Betrachten der Bilder ebenso. Wenn jetzt auch renommierte Galerien und Museen den Maler Alf Poier entdecken, wie der ORF Steiermark auf seiner Webseite behauptet, dann bleibt sich der schräge und nicht unumstrittene Kabarettist und Sänger Alf Poier auch in einem neuen kulturellen Kontext mehr als treu.

Alf Poier: "Es gibt hunderte Bilder und Objekte in meinem Haus. Bei mir daheim in meiner Villa schaut es ja aus wie beim Gurlitt, und jetzt habe ich mir gesagt, ich muss endlich was draus machen. Zu Hause bei mir hängen nur meine eigenen Sachen. Ich freue mich, sie jeden Tag zu sehen. Ich bin schon stolz darauf, wenn ich daran denke, dass das alles ich gemacht habe. Viele Leute, die meine Bilder anschauen, lachen einfach aus sich heraus, und das Lachen ist ja etwas Befreiendes. Gerade in einer Zeit wie heute, wo man alles unter vorgehaltener Hand redet.“

Die geistige Verzweiflung, diese Welt nicht in Worte fassen zu können und deshalb irgendwie eine andere Ebene zu suchen, wo man sich dann quasi irgendwie ausdrücken kann, inspiriert Alf Poier. Er habe sich mit der Philosophie Kants und Schopenhauers auseinandergesetzt und herausgefunden, dass in der Begrifflichkeit eigentlich nichts Endgültiges zu finden sei, deswegen habe er sich dem Absurden verschrieben.

Nachdem dann das Bank Austria Kunstforum seine Arbeiten ausgestellt hatte, sind plötzlich sehr viele Türen aufgegangen. Es macht ihm einfach Spaß, nun in der Kunstszene unterwegs zu sein.

Ausstellungen:

22.03 - 16.04.2016 galerie GALERIE, 8010 Graz, "Dada ist"
29.04 - 07.07.2016 Künstlergalerie Judenburg, Werkschau
1
Einem Mitglied gefällt das:
Weitere Beiträge zu den Themen
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.