30.03.2016, 08:00 Uhr

"Die Erzherzog-Johann-Allee beim Stadtpark soll autofrei werden!"

Bringt die Zukunft eine autofreie Erzherzog-Johann-Allee? (Foto: Prontolux)

Gemeinderätin Andrea Pavlovec-Meixner präsentiert ihre Pläne für das „Grüne Herz“ von Graz.

„Gemeinsam Ideen für den Stadtpark finden!“, forderte Heidrun Primas, Leiterin des „Forum Stadtpark“, in unserer letzten Ausgabe. Ein Aufruf, dem viele Leser nachgegangen sind, die uns ihre Ideen und Vorstellungen für den Park im Zentrum der Stadt geschickt haben.
Und auch die Grüne Gemeinderätin Andrea Pavlovec-Meixner nahm Primas beim Wort. „Die Erzherzog-Johann-Allee beim Stadtpark soll autofrei werden!“, lautet die Forderung, mit der sich die Stadtpolitikerin auf bereits bestehende Pläne der Stadt beruft, die allerdings nie umgesetzt wurden. „Es gibt schon seit Jahren einen Masterplan für den Stadtpark und ein sogenanntes Parkpflegewerk. Darin gibt es detaillierte Vorschläge zu Verkehr, Grünraum und Bäumen im Park“, erklärt Pavlovec-Meixner. „Natürlich ist darin nicht alles super, aber es gibt auch viele gute Vorschläge.“ Und einer davon ist laut der Gemeinderätin eben, die Erzherzog-Johann-Allee, die vom Glacis bis zum Burgtor führt, für den motorisierten Verkehr zu sperren.

Bessere Verteilung

„Je nach Jahreszeit und Witterung sind extrem hohe Nutzungsdichten und intensive Nutzungsformen flächendeckend zu beobachten – phasenweise ist daher ein zu hoher Nutzugsdruck vorhanden. Andererseits sind Teilbereiche aufgrund ihrer Abschirmung gegenüber den Verkehrsträgern ganzjährig deutlich intensiver genutzt, gegenüber fast ungenutzten Randzonen“, heißt es dazu in besagtem „Parkpflegewerk 2012 für den Stadtpark Graz“, das von der Abteilung für Grünraum und Gewässer der Stadt in Auftrag gegeben wurde. Eine Sperre der Allee könnte demnach für eine bessere Verteilung der Stadtpark-Besucher auf dessen ganzes Areal sorgen. Die autofreie Straße könnte dann laut Pavlovec-Meixner etwa von Inlineskatern genutzt werden.

Wochenend-Pilotversuch

Für alle, bei denen alle Alarmglocken läuten, sobald die Worte „autofrei“ und „Straße“ in einem Satz auftauchen, gibt die Politikerin aber – zumindest teilweise – Entwarnung: Um zu testen, wie die Grazer das Angebot annehmen, könnte die Allee auch nur am Wochenende und lediglich im Abschnitt zwischen Glacis und Burgring gesperrt werden.

Obst für alle

Doch eine motorenfreie Erzherzog-Johann-Allee ist nicht der einzige Vorschlag Pavlovec-Meixners. Am Areal des Verkehrserziehungsgartens könnte sich die Kommunalpolitikerin etwa einen Natur-erlebnispark für Kinder und Schüler, eine Blumenwiese so wie eine Erweiterung des Kinderspielplatzes vorstellen – und auch ein Teil der Verkehrsübungsflächen solle erhalten bleiben. Und auch eine eigene Fläche für Obstbäume könnte sich Pavlovec-Meixner vorstellen: „Die Stadt könnte einen Obstgarten anpflanzen, den die Grazer für den eigenen Gebrauch ernten dürfen. Kinder, die vielleicht sonst nicht die Möglichkeit dazu haben, könnten dann einmal sehen, wie so etwas wächst.“

Bürgerbeteiligung

Trotz aller eigenen Ideen und Vorschläge plädiert die Gemeinderätin aber auch für die baldige Umsetzung einer bereits von der Stadt angekündigten Bürgerbeteiligung zum Stadtpark. „Ich möchte, dass der Partizipationsprozess so angelegt wird, dass möglichst viele spätere Nutzer miteinbezogen werden – also auch Kinder und Jugendliche.“

WOCHE-Wissen

Das "Parkpflegewerk 2012 für den Stadtpark Graz" wurde von der Abteilung für Grünraum und Gewässer in Auftrag gegeben.
Der Stadtpark soll auf dessen Grundlagen in den nächsten 15 bis 20 Jahren adaptiert, saniert und weiterentwickelt werden.
Die Sicherung der Tier- und Pflanzenwelt, die Erhaltung als historisches Denkmal, Lebensqualität für die verschiedenen Nutzer und Sicherheit wurden dabei als Eckpfeiler ausgegeben.

Schreiben Sie!

Ihre Meinung ist gefragt: Was wünschen Sie sich in Zukunft für den Stadtpark? Wäre eine autofreie Erzherzog-Johann-Allee sinnvoll, oder sollen dort weiterhin Autos fahren können? Was sollte sich sonst im Stadtpark verändern? Schreiben Sie Ihre Ideen und Vorschläge an leserbrief@woche.at, kommentieren Sie auf www.facebook.com/wochegraz oder unter diesem Artikel.
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Willibald Richter aus Graz | 04.04.2016 | 19:08   Melden
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