24.05.2016, 11:31 Uhr

Grohs scheiterte an neuer Annenstraße

Fehlende Zufahrtsmöglichkeiten konnten von Grohs nach dem Umbau der Annenstraße nicht ausgeglichen werden. (Foto: prontolux)

Der Elektrohändler musste in der Vorwoche nach 30 Jahren Insolvenz anmelden.

Schlechte Nachrichten, die der "KSV 1870" in der Vorwoche vermeldete: Der Grazer Elektrohändler "EP Grohs" musste nach 30 Jahren Insolvenz anmelden. Laut dem Kreditschutzverband von 1870 stehen Passiva von rund 884.000 Euro Aktiva von etwa 440.000 Euro gegenüber. Betroffen sind 13 Mitarbeiter sowie 79 Gläubiger. Das Pikante daran: Laut Inhaber Erhard Grohs blieben vor allem seit dem Umbau der Annenstraße (Fertigstellung 2013) die Kunden aus. "Die Erreichbarkeit aus der Innenstadt wurde durch die Neugestaltung gekappt und auch aus Eggenberg gibt es nur mehr wenige Möglichkeiten, zu uns zu kommen", so der Unternehmer.

Positive Stimmen

Im Büro von Wirtschaftsstadtrat Gerhard Rüsch verweist man unterdessen auf viele Stimmen in der Annenstraße, die den dortigen Umbau positiv beurteilen. Es gäbe außerdem durch einen Hintereingang und eine Ladezone in der Metahofgasse die Möglichkeit, auch jenen Kunden einen Parkplatz zu bieten, die zum Beispiel wegen sperriger Güter wie großen Fernsehern auf ihr Auto angewiesen seien. Laut Grohs ist wegen der neuen Einbahnführung in der Strauchergasse aber auch der Hintereingang nur mehr umständlich über die Keplerstraße im Norden anfahrbar. "Es hat keine Bemühungen gegeben, neue Zufahrtsmöglichkeiten zu schaffen. Es ist einfach ein Desaster", zeigt sich der Unternehmer zermürbt. Demnach konnte auch die neue Öffi-Doppelhaltestelle (Esperantoplatz/Arbeiterkammer) vor dem Geschäftseingang die negativen Effekte des Umbaus nicht mehr aufwiegen.

Keine Perspektiven

"Bei der Stadt hat man mir gesagt, dass ich der Einzige bin, dem es so nicht passt. Das stimmt wohl, aber Hartlauer oder die Raiffeisenbank sind nicht so auf Autos angewiesen wie wir. Und in der Annenstraße stehen ja auch noch immer viele Flächen leer." Grohs räumt auch ein, dass die Konkurrenz von Elektrogroßmärkten und aus dem Internet, sowie die geringen Spannen im Elektrohandel die Geschäfte nicht gerade leichter gemacht haben. Durch seine gut geschulten Mitarbeiter habe er die daraus resultierenden Einbußen jedoch abfedern können. "Unsere Mitarbeiter haben einen exzellenten Ruf. Wir versuchen natürlich alle anderweitig unterzubringen, etwa 30 Prozent haben bereits eine neue Stelle", so der Unternehmer. Wie es mit ihm selbst weitergehen wird, kann Erhard Grohs nicht sagen. Klar ist nur, dass es unter den jetzigen Voraussetzungen keinen Neustart geben wird: "Einen Ausgleich könnten wir wahrscheinlich erfüllen, ich sehe aber keine Perspektive, hier einen Elektrohandel erfolgreich weiterzuführen."
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