13.04.2016, 08:59 Uhr

Roboter, Techniker und Lehre nach der Matura

v.l. Werner Gruber (Physiker), Angelika Kresch (Obmann der Sparte Industrie), Josef Herk (Präsident der WKO Steiermark), Herbert Brunner (Innungsmeister der steirischen Mechatroniker) (Foto: WKO/Foto Fischer)
Graz: Wirtschaftskammer Steiermark | Physiker Werner Gruber philosophierte über die Zukunft – wenn Roboter die Weltherrschaft übernehmen. Und hatte außerdem eine klare Meinung, was die Lehre nach der Matura betrifft: Sie hat großes Potenzial, zeigte sich der Bühnenstar bei der Veranstaltung „Technical Experts on Stage“ am 12. April 2016 am Campus 02 der WKO Steiermark überzeugt. Unternehmer betonten in der anschließenden Diskussion, dass Maturant/-innen für die Lehre nach wie vor dringend gesucht werden.

Mit pointierten Aussagen und schamloser Ehrlichkeit begeisterte Star-Physiker Werner Gruber am 12. April 2016 AHS- und BHS-Lehrer/-innen am Campus02. Der charismatische Physiker widmete sich bei „Technical Experts on Stage“ dem Thema „Wenn Roboter die Weltherrschaft übernehmen“. In der anschließenden Diskussion stellte Gruber klar: Er würde jungen Leuten nach der Matura eine technische Lehre empfehlen, „denn Technikerinnen und Techniker werden immer wieder gesucht. Sie sind nicht arbeitslos, verdienen ganz gut und können sich in der Regel ihren Job aussuchen.“

Immenser Schaden durch Facharbeiter/-innenmangel

Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark, verwies auf den renommierten Ökonom Michael Steiner, der den volkswirtschaftlichen Schaden des Facharbeiter/-innenmangels in der Steiermark in einer Studie mit 200 Millionen Euro beziffert hat. „Eine Zahl, die mehr als deutlich zeigt, wie dringend notwendig solche Initiativen wie Technical Experts sind. Als Präsident der WKO Steiermark habe ich mir darum die Stärkung der Betriebe für noch mehr Jugendbeschäftigung – neben der aktiven Begleitung der Regionalentwicklung und dem Einsatz für das Unternehmertum – als einen meiner 3 interessenpolitischen Schwerpunkte auserkoren. Mit dem Talent.Center setzen wir hier als WKO auch konkrete Initiativen.“

Motivierte junge Mitarbeiter/-innen dringend gesucht
Die Nachfrage nach fundiert ausgebildeten Techniker/-innen ist groß, bestätigte Angelika Kresch, Obmann der Sparte Industrie und eine der Initiator/-innen des Projekts Technical Experts: „Der vielzitierte Technikermangel ist längst Realität. Wir brauchen dringend motivierte junge Mitarbeiter, die die immer komplexer werdenden Maschinen bedienen können. Die erstklassige Ausbildung dazu kann in unseren Betrieben erfolgen.“

Viele Karrierechancen
Herbert Brunner, Innungsmeister der steirischen Mechatroniker und ebenfalls Projektinitiator: „Wer nach der Matura noch eine Lehre absolviert, kann danach aus einer Vielzahl an Karrierechancen im In- und Ausland wählen.“

Gute Erfahrungen mit Maturant/-innen
Bereits zahlreiche Technical Experts (Lehrlinge mit Matura) beschäftigt Magna Steyr. „Wir haben damit bislang sehr gute Erfahrungen gemacht, weil Maturantinnen und Maturanten bereits etwas älter sind und dadurch klare Ziele haben und meist auch viele Soft Skills mitbringen“, so Herbert Walser, Leiter des Berufsausbildungszentrums bei Magna Steyr im Zuge der Diskussion nach dem Auftritt von Werner Gruber.


Allgemeines zum Projekt Technical Experts

Rund 35 steirische Hightech-Unternehmen suchen im Rahmen des Projekts Technical Experts junge Leute mit Matura (Maturant/-innen, Studienabbrecher/-innen etc.) für eine Lehre in Metall-technik oder Mechatronik. Es handelt sich um eine Gemeinschaftsinitiative von 5 verschiedenen Fachbereichen der Wirtschaftskammer Steiermark (Elektro- und Elektronikindustrie, Fahrzeugindustrie, Maschinen- und Metallwarenindustrie, Mechatronik, Metalltechnik).

Weitere Infos und Kontaktdaten für die Bewerbung auf www.technicalexperts.at
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