03.06.2016, 12:00 Uhr

Sappi schickt Fernwärme nach Graz

Kooperationspartner: Max Oberhumer (Sappi), Jakob Edler (Bioenergie Wärmeservice), Werner Ressi, Boris Papousek (beide Energie Graz, v. l.). (Foto: KK)

15 Prozent der Fernwärme in der Stadt kommen in Zukunft von der Papierfabrik in Gratkorn.

Nachdem die WOCHE bereits Anfang Mai über den Vertragsabschluss zwischen Energie Graz und Sappi berichtet hat, markierte die Spatenstichfeier beim Andritzbach im Norden von Graz den endgültigen Anfang des Fernwärmeprojekts – laut Boris Papousek, Geschäftsführer der Energie Graz, ein wesentliches Element für eine ökologischere Fernwärme der Stadt Graz. "18.000 Haushalte können so in Zukunft beheizt werden", so Papousek, der außerdem auf eine größere Versorgungssicherheit und auf die gestiegene Unabhängigkeit von internationalen Entwicklungen und Preisschwankungen verwies.

CO2-Reduktion

Durch das Projekt sollen in naher Zukunft 15 Prozent des jährlichen Bedarfs an Fernwärme in Graz gedeckt werden und 20.000 Tonnen klimaschädliches CO2 eingespart werden. Der Bau der dafür benötigten elf Kilometer langen Fernwärmeleitung, die beginnend vom Sappi-Werk in Gratkorn über große Teile unter dem Radweg der Bundesstraße B67 verlegt wird, wird von der weststeirischen Bioenergie Fernwärme BWS GmbH durchgeführt. Der Investitionsbedarf des Projektes beträgt rund 23 Millionen Euro und wird von der Steiermärkischen Sparkasse finanziert, das Großprojekt wird außerdem zu 30 Prozent aus Mitteln des Bundes, des Landes Steiermark und der EU gefördert.

Mehr erneuerbare Energie für Graz

Das Fernwärmeprojekt Sappi ist Teil einer neuen Strategie, in der Stadt verstärkt auf Wärmeversorgung aus erneuerbarer Energie zu setzen. Graz deckt zusammen mit der Nutzung der industriellen Abwärme aus der Marienhütte und dem Sappi-Werk den Wärmebedarf nun zu 25 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Dieser Anteil soll bis 2030 auf 50 Prozent erhöht werden.
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