12.10.2016, 09:25 Uhr

Sie zieht Grazerinnen an

Stilsicher: Katrin Stocker, Einkaufsleiterin für Damen bei Kastner & Öhler, kauft jede neue Marke, die in das Sortiment kommt, auch selbst. In dieser Saison rät sie zu Wollmänteln und Rottönen. (Foto: geopho.com)

Katrin Stocker kauft ein, was Kastner & Öhler verkauft. Wir baten sie zum Gespräch.

WOCHE: Sie sind Einkaufsleiterin für die gesamte Damenmode sowie Damenaccessoires. Wie sieht Ihre Arbeit aus?
KATRIN STOCKER: Gemeinsam mit meinem Team informiere ich mich über die Trends der internationalen Modeindustrie. Wir sind auf Messen unterwegs, jetten aber nicht von Mailand über Paris nach New York. Wir informieren uns sehr viel über das Internet und die Lieferanten, mit denen wir kooperieren. Mein Job ist auch eine Managementtätigkeit, die auch viel Budgetierung beinhaltet.

Wie entscheiden Sie, was in das Sortiment von Kastner & Öhler kommt?
Wir beschäftigen uns sehr viel mit unseren Kundinnen. Wir haben einen Qualitätsanspruch, den verlangen unsere Kundinnen und den wollen wir bieten. Wir orientieren uns an den Trends, aber das Vertrauen, das uns die Kundinnen entgegenbringen, ist wichtiger, als jedem Trend nachzulaufen.

Wie ist die Kastner & Öhler-Kundin?
Sie ist vielschichtig und vertraut Kastner & Öhler. Sie ist modisch interessiert, schätzt die Auswahl und kommt wieder, wenn sie zufrieden ist. Das Haus hat viel Herz und Geschichte und daher eine große Fangemeinde. Wir haben einen Premiumanspruch, Ziel ist es aber nicht, im Luxussegment Fuß zu fassen. Unsere Kundinnen mögen die persönliche Beratung und fühlen sich bei uns gut aufgehoben.

Was ist die größte Herausforderung in Ihrem Job?
Die Challenge ist, das Richtige zur richtigen Zeit zu tun. Wir beobachten den Markt, die Trends und unsere Kundinnen. Sie entwickeln sich weiter. Da müssen wir mitgehen, um sie auf Dauer zufriedenzustellen. Das Ganze ist eine bewegliche Geschichte, manchmal gibt es Einflüsse, die uns zwingen, kurzfristig zu reagieren und Änderungen vorzunehmen.

Kastner & Öhler ist das größte Kaufhaus der Steiermark und Sie entscheiden, was die Kundinnen dort kaufen können. Wie geht es Ihnen dabei?
Ich bin mir der Verantwortung bewusst, die ich gegenüber dem Unternehmen, meinen Mitarbeitern und natürlich den Kundinnen habe. Das größte Ziel ist es, die Erwartungen der Kundinnen zu erfüllen. Wenn die Kundin denkt: "Ich gehe zum Kastner, da bekomme ich das sicher", ist das die größte Auszeichnung für uns. Ich freue mich außerdem sehr, wenn ich auf der Straße jemanden entdecke, der ein Teil von uns trägt. (lacht)

Wie geht es der Mode-Industrie im Allgemeinen?
Die Branche ist im Umbruch, es ist für Hersteller, Lieferanten und Händler schwierig. Materialien wie Wolle, Baumwolle, Leder werden teurer. Wir setzen aber nach wie vor auf Qualität. Der Trend geht auch zu nachhaltiger Mode. Wir haben eine Nachhaltigkeitsfläche, wo die Qualität und faire Arbeitsbedingungen sowie Bezahlung mit Zertifikaten sichergestellt ist. Das wird gut angenommen und stark nachgefragt.

Sehen Sie Internet-Shopping als Bedrohung?
Nein, ich sehe es als Bereicherung. Unser Online-Store ermöglicht, bei uns einzukaufen, auch wenn kein Kastner & Öhler vor Ort ist. Viele nutzen auch das "Click & Collect"-Angebot. Sie suchen die Waren online zusammen, diese warten dann gesammelt im Geschäft auf sie. Da Zeit ein wertvolles Gut ist, ist das ein wichtiges Service für unsere Kunden.

Was sind Klassiker, die in keinem Frauenkleiderschrank fehlen dürfen?
Eine weiße Bluse und eine gute Jeans braucht Frau unbedingt. Das lässt sich vielseitig kombinieren. Eine gute Lederjacke und eine gute Jeansjacke sind ebenso Ganzjahresartikel, die immer griffbereit sein sollten. Als Must-have hat sich auch die Leichtdaune entwickelt. Weiters ist ein Kleid ein Muss. Ohne das "kleine Schwarze" geht nichts, es passt immer. Ohne viel überlegen zu müssen, ist Frau damit immer bestens gekleidet.

Was ist guter Stil?
Das Wichtigste ist, dass man sich in der Kleidung wohlfühlt und diese auch verkörpert. Das kann von Person, Tag oder Empfinden abhängig sein. Man sollte sich nichts einreden lassen. Stil ist etwas Persönliches und manchmal zeitlos. Die Persönlichkeit soll durch den Stil hervorgehoben werden, nach dem Motto "Alles ist erlaubt und nichts ist fix".
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