10.03.2016, 12:07 Uhr

"Unternehmen müssen sich an die Spielregeln halten"

AK-Direktor Wolfgang Bartosch und AK-Präsident Josef Pesserl bei der Präsentation der Leistungsbilanz. (Foto: AK Stmk)

Die steirische AK zieht Bilanz für das Jahr 2015.

43 Millionen Euro - das ist die Summe, welche die Arbeiterkammer Steiermark im Vorjahr für ihre Mitglieder erstritten hat. "Es ist kein Rekordwert, aber wir liegen damit gut im jährlichen Durchschnitt", resümiert AK-Direktor Wolfgang Bartosch. Die Leistungsbilanz zeigt auf, welche Branchen am stärksten von Rechtsstreitigkeiten betroffen sind. So führt das Gastgewerbe dieses Ranking nach wie vor an. "Es geht oft um Unregelmäßigkeiten bei der Lohnauszahlung, Überstunden und Uneinigkeiten der Vertragsbeendigung", erklärt Bartosch. Auch AK-Präsident Josef Pesserl sieht einen Aufholbedarf in dem Bereich und appeliert: "Unternehmen müssen sich einfach an die Spielregeln halten".
Positiv bewerten Bartosch und Pesserl gewisse Neuerungen, wie etwa die Lohnsteuersenkung, die mit 1. Jänner 2016 in Kraft getreten ist oder die Abschaffung des Pflegeregresses in der Steiermark. Neu sind weiters gewisse Regelungen im Arbeitsrecht. So muss in "All-in"-Verträgen das Grundentgeld klar ausgewiesen sein, der Betrag für Konkurrenzklauseln wurde auf 3240 Euro brutto angehoben und bei der Ausschreibung von Vollzeitstellen müssen nun verpflichtend zuerst bereits im Betrieb beschäftigte Teilzeitarbeitskräfte informiert werden. Im Bereich der Kinderbetreuung wurde ein zweites gratis Kindergartenjahr eingerichtet.
Wichtig sei, dass sich sowohl die Unternehmen als auch die Arbeitnehmer und Arbeiternehmerinnen an die gesetzlich vorgeschriebenen Regeln halten, fasst Pesserl zusammen. "Denn unsere Bilanz ist für mich beeindruckend, aber schöner wäre natürlich, wenn es weniger Fälle gäbe. Dies würde eine gerechtere Behandlung bedeuten."
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