20.08.2014, 04:00 Uhr

Die Grazer Polit-Zukunft im Sommergespräch

Politische Hoffnungsträger: Martina Kaufmann (VP), „Pirat“ Florian Lammer, Diana Witzani (Grüne), Martina Thomüller (KP) und Patrik Tybery (RFJ, v. l), nicht am Bild: David Vogrin (SP). (Foto: Victory)

Interview, einmal anders: Wir haben die Grazer Jungpolitiker zum Gespräch gebeten – kurz, knapp und klar.

Während sich Partei-Granden mit Polit-Sprech in anderen Medien während der Sommermonate die Ehre geben, bat die WOCHE die verheißungsvollsten Jungpolitiker der Murmetropole zum Interview – mit einer Auflage: maximal 20 Wörter als Antwort. Nicht mehr. Lieber sogar weniger – die Antworten der „Jungen Wilden“ lesen in der Bildergalerie.

Wohnen, leben, fahren

So unterschiedlich oft die Auffassungen der Altpolitiker verschiedenster Couleur, so einhellig die Meinung ihrer jüngeren Versionen: günstigere Wohnungen für junge Grazer, neue Verkehrslösungen und Belebung des öffentlichen Raums in der Murmetropole – das fordern JVP-Obfrau Martina Kaufmann, RFJ-Obmann Patrik Tybery & Co. unisono.
Vor allem in einer Hinsicht ist sich die nächste Generation der Politik einig: „Die Berufspolitik darf den Kontakt zu ihrer Basis nicht verlieren!“, bringt es der Grazer SJ-Funktionär David Vogrin auf den Punkt.

Keine Parteimuster

Laut dem renommierten Politologen und Vortragenden an der Karl-Franzens-Universität in Graz, Peter Filzmaier, zeichnet auch gerade das Jungpolitiker aus: „Sie verfallen weniger schnell in Parteimuster, der Kontakt zur „echten“ Lebenswelt ist stärker“, meint der Polit-Experte. Wenngleich er einräumt: „Damit einher gehen natürlich auch Schwächen wie Unerfahrenheit oder – von Fall zu Fall – eine gewisse Naivität“, erklärt Filzmaier, betont im selben Atemzug aber, „dass nur so auch tolle neue Ideen entstehen können.“

Facebook vs. „Steiermark heute“

Den renommierten Politikern rät Filzmaier, den „Jungen Wilden“ stärker zuzuhören. Allerdings: „Etablierte Politiker sollten sich nie als jung inszenieren, wenn sie es nicht sind.“ Denn dann würden zwei Lebenswelten aufeinanderprallen. Filzmaier: „Es ist, als würde Facebook auf ‚Steiermark Heute‘ treffen …“

DREI FRAGEN AN …
an den renommierten Politologen Peter Filzmaier: Er unterrichtet an der KF-Universität Graz.

Welchen Stellenwert hat die Jungpolitik?
Pro Partei gibt es meist nur ein bis zwei junge Politiker, denn: Wahlen gewinnen bekanntermaßen Pensionisten, da es schlichtweg mehr von ihnen gibt.
Was können sich renommierte Politiker von Jungpolitikern abschauen?
Als alteingesessener Politiker sollte man sich nicht als Junger inszenieren – das ist nur peinlich. Wechselseitiges Zuhören ist gefragt!
Was machen Jungpolitiker besser?
Sie sind oft engagierter – das ist etwas, was Jugend generell auszeichnet. Und sie sind weniger schnell im „Parteidenken“ drinnen.
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