14.05.2016, 14:03 Uhr

Hermine Liska: Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark für ihre Zeitzeugentätigkeit

Hermine Liska und Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (Foto: Irene Hubmann, Verein Lila Winkel)
Graz: Alte Universität | Die 86-jährige Hermine Liska wird nicht müde, nahezu jeden Tag frühmorgens aufzustehen um in die Schule zu gehen. Seit nunmehr fast 20 Jahren besucht sie Schulen in ganz Österreich um den Schülern ihre Geschichte zu erzählen.

Eine Geschichte, die Jugendliche unserer Zeit bewegt. Nicht selten gibt es Kommentare wie „kein Geschichtsunterricht kann DAS vermitteln, was Sie erzählen“ oder „besonders berührt hat uns Ihre persönliche Darstellung der Ereignisse zur Zeit des NS-Regimes. Ihre Tapferkeit und ihr Mut haben uns sehr beeindruckt. Für viele von uns sind Sie ein Vorbild geworden …“

Zeitzeugengespräche sind ein wertvoller Beitrag junge Menschen zu Toleranz zu erziehen und weisen darauf hin, wie wichtig es ist, nicht zu schweigen wenn Unrecht geschieht.

Der pädagogische Wert dieser Zeitzeugengespräche liegt darin, zu zeigen, wozu Intoleranz, geschickt geschürte Vorurteile und verhetzende Propaganda führen können. Außerdem soll die heutige Jugend dazu angehalten werden, ein gesundes Selbstbewusstsein zu erlernen und ‚nein‘ zu negativem Gruppenzwang (auch bei Alkohol und Drogen), Rassismus und Ausgrenzung von Minderheiten zu sagen.

Mehr als 160.000 Schüler haben bereits an den Zeitzeugengesprächen teilgenommen.

Im Herbst 2015 wurde Hermine Liska zusammen mit dem Buchautor Bernhard Rammerstorfer (Buch: „Im Zeugenstand“) an die Eliteuniversitäten wie die University of Connecticut, Connecticut - Boston College, Massachusetts -Harvard University, Massachusetts - Stanford University, California - Ronald Reagan Library, California - Los Angeles Museum of the Holocaust, California - Pepperdine University, California - in die USA eingeladen.

Hermine Liska wurde als 11-jähriges Mädchen ihren Eltern weggerissen, weil sie sich weigerte das damalige System zu unterstützen. Als Kind von Zeugen Jehovas lehnte sie den Hitlergruß ab und weigerte sich standhaft der Hitlerjugend beizutreten. Sie musste 4 Jahre in 2 Erziehungsheimen der Nationalsozialisten zur Umerziehung verbringen. Heute erzählt sie den Schülern, wie es ihr möglich war, dass sie sich mutig und standhaft gegen ein Unrechtssystem stellen konnte.

Am 12. Mai 2016 wurde Hermine Liska von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer für diese unermüdliche Tätigkeit als Zeitzeugin das Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark verliehen.

Zeitzeugengespräche können über den Verein LILA WINKEL, www.lilawinkel.at gebucht werden.

Bei der Ehrung war auch Bürgermeister Josef Birnstingl von St. Bartholomä anwesend, wo Hermine Liska seit mehr als 60 Jahren wohnt.

Weitere Infos zu Hermine Liska auch auf:
http://www.lilawinkel.at/
und
http://www.imzeugenstand.at/produkt/buch-im-zeugen...

Alle Fotos: Irene Hubmann, Verein Lila Winkel
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Heinz Perner aus Flachgau | 14.05.2016 | 22:48   Melden
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Harald Schober aus Weiz | 15.05.2016 | 09:24   Melden
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Klaus-Peter Steffen aus Tennengau | 15.05.2016 | 11:30   Melden
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Heinz Perner aus Flachgau | 21.05.2016 | 21:30   Melden
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Klaus-Peter Steffen aus Tennengau | 24.05.2016 | 14:57   Melden
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