30.03.2016, 09:52 Uhr

Grazer Tempel des Glücks erfindet sich neu

Die Kugel rollte auf Gaumen-schmaus: Martin Gmeinbauer und sein Revita-Team verwöhnten Andreas Sauseng (M.) und Marcus Stoimaier (r.) nach Strich und Faden. (Foto: Prontolux)

Direktor Andreas Sauseng macht „sein“ Casino fit für die Zukunft.

Alles neu macht in diesem Fall nicht der Mai – sondern schon der März. Zumindest teilweise erstrahlt das ehrwürdige Casino Graz in neuem Glanz. Und wird in Zukunft noch heller leuchten – über die Umbaupläne, aber auch die Konkurrenz und Auswirkungen der Neuerungen im „Kleinen Glücksspiel“ sprachen wir im „Business Lunch“ mit Casino-Direktor Andreas Sauseng – natürlich im Casino-Restaurant Revita.

WOCHE: Herr Direktor, wir sind gerade durch den neu gestalteten Automatenbereich spaziert – welche Neuerungen wird der Umbau des Casinos noch mit sich bringen?
Andreas Sauseng: Wir haben bereits im Herbst 2015 mit der Renovierung unseres Jackpot Cafés begonnen. Im nächsten Schritt werden wir jetzt einen großen Bar- und Loungebereich errichten, natürlich mit unserem Michel und seinem Piano – der dann das Jackpot Café mit dem Casino Classic verbinden wird. Im Sommer wird dann der Eingangsbereich neu gestaltet – und im Sommer 2017 wird dann die Neugestaltung unseres Spielsaals folgen, dabei wird auch der Standort des Restaurants verändert und etwa auch ein Gastgarten in der Schmiedgasse installiert. Insgesamt werden wir in diesen zwei Jahren rund fünf Millionen Euro investieren.

Die Pläne mit dem Umzug auf den Andreas-Hofer-Platz sind damit aber wohl ad acta gelegt, oder?


Ja. Das wäre allein schon darum nicht gegangen, weil wir durch unseren Konzessionszeitraum, schon am 1. Jänner 2014 dort sein hätten sollen, wo wir die nächsten 15 Jahre sein werden. Und da haben wir früh gewusst, dass sich das eben nicht ausgehen wird.

Welche Auswirkungen haben eigentlich die Neuerungen im Landesgesetz bezüglich des Kleinen Glücksspiels aufs Casino Graz?

Durch die strengeren Konzessionsverfahren in der Steiermark haben wir auch im Automatenbereich mit unserer Renovierung begonnen. Generell sind wir sehr froh, dass der Spielerschutz jetzt auch gelebt wird. Früher war’s ja so, dass wir Spieler gesperrt haben und die dann irgendwo anders weiter Automaten gespielt haben, das sollte jetzt nicht mehr möglich sein. Allerdings gibt’s trotz der klaren Regelungen noch Lokalitäten, die illegal Automatenspiel anbieten – vor allem in Graz. Ich bin sehr froh, dass aktuell der Gesetzgeber endlich härter durchgreift.

Aber im Grunde heißt das, das Casino profitiert von der Neuerung?


Wir registrieren verstärkte Nachfrage im Automatenbereich – weshalb wir jetzt auch schon um 10 Uhr aufsperren und freuen uns, dass die Gäste auch das neue Ambiente annehmen.

Wie sehen Sie die Konkurrenz für klassische Casinos in Form von diversen Web-Plattformen oder auch Casinos im benachbarten Ausland?

Natürlich spielt das Internet auch bei uns eine immer größere Rolle – aber wir setzen dem eben das Gesamterlebnis entgegen. Neben dem Spielen an sich, eine gehobene Gastronomie aber auch Veranstaltungen. Wir sind sehr stolz, dass wir mittlerweile der größte Kabarettveranstalter der Steiermark geworden sind, haben da über 100 verschiedene Veranstaltungen pro Jahr.

Sie haben in Ihrer Casino-Laufbahn halb Österreich kennengelernt, warum sind Sie letztlich wieder in Graz gelandet?

Als ich in Kitzbühel stellvertretender Direktor war, ist dann eben die Stelle in Graz ausgeschrieben gewesen und ich bin sehr glücklich, dass ich die dann tastächlich bekommen habe. Ich möchte wirklich nirgends anders leben als in Graz.

Steckbrief

Name: Andreas Sauseng
Geboren: 9. Juli 1964 in Graz
Hat 1982 am BG/BRG Lichtenfels maturiert.
Ist seit 22 Jahren verheiratet und Vater von Zwillingen – Katharina und Alexander „und gerade mache ich mit beiden den L17-Führerschein, das ist richtig lustig“.
Im Jahr 1984 hat er den Croupier-Kurs gemacht und sein Germanistik-Studium wieder abgebrochen.
Seit 2006 führt er das Casino Graz als Direktor – davor arbeitete er in den Casinos in Baden, Linz, Seefeld und Kitzbühel.
Sein Lieblingsurlaubsziel ist deshalb auch Kitzbühel. „Aber nur im Sommer – die Jahre dort haben uns einfach geprägt.“
In seiner Freizeit geht er zumindest zweimal in der Woche Fußballspielen, spielt Squash oder geht eine Runde auf den Golfplatz.
Als Kind hat er einst selbst bei Sturm Fußball gespielt – später beim ASV Graz. Junior Alexander spielt bei Mariatrost. „Und Sturm-Fan bin ich natürlich seit meiner Geburt.“

Das Casino Graz

Eröffnet: 1984
Mitarbeiter: 110
Gäste/Jahr: 300.000
Direktor: Andreas Sauseng
Letzter Millionen-Jackpot: 2011, 1.206.124,04 €
Kommende Termine: 6. April Casino Comedy Club – Bernhard Ludwig, 7. April Dine & Wine
Eine Übersicht über unsere Serie "Business Lunch findet" ihr hier.
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