21.04.2016, 07:30 Uhr

Im Silicon Valley von Österreich

Fleischlos glücklich: Thomas Mühlbacher und Daniel Wohlmuth von Fitapp mit WOCHE-Redakteur Max Daublebsky (von rechts) bei einem vegetarischen Business-Lunch im „Tischlein deck dich“. (Foto: Prontolux)

Daniel Wohlmuth und Thomas Mühlbacher wollen mit „Fitapp“ weltweit durchstarten.

Die oberösterreichische Fitness-App „Runtastic“ hat im Vorjahr für Aufsehen gesorgt, als sie um 220 Millionen Euro an Adidas verkauft wurde. Daniel Wohlmuth und Thomas Mühlbacher stehen mit ihrer „Fitapp“ selbst schon bei über einer Million Downloads und wollen nun ihre eigene Erfolgsgeschichte schreiben. Ein Gespräch über Professionalität, Verdienstmöglichkeiten und gute Voraussetzungen für Start-up-Unternehmen.

WOCHE: Sie haben nicht die erste Fitness-App auf den Markt gebracht. Was unterscheidet Sie aber von der Konkurrenz?
Daniel Wohlmuth: Wir wollen eine Allround-Fitness-App sein. Und es geht auch um das Thema Abnehmen, es gibt eine Gewichtsaufzeichnung und einen Kalorienrechner.
Thomas Mühlbacher: Ein großer Vorteil der App ist bestimmt auch, dass sie nicht überladen ist und sehr einfach zu benutzen ist.

Wie ist die Idee zur Fitapp entstanden?
D. W.: Ich bin schon mein Leben lang Sportler. In Kapfenberg habe ich die FH für Internettechnik besucht und als wir 2012 ein Projekt mit den Faktoren „GPS-Unterstützung“ und Sprachausgabe hatten, habe ich mir gedacht, dass ich gerne eine eigene Lauf-App entwickeln möchte.

Haben Sie damals schon daran gedacht, die App zum Beruf machen zu können?
D. W.: Ich habe sie immer nebenher weiterentwickelt und bald gedacht, dass man sie auf eine breitere Masse ausrichten könnte. 2014 habe ich die App dann online gestellt – nur um zu sehen, wie sie ankommt.
T. M.: Und es hat von Anfang an recht gut funktioniert. Die Kurve zeigt seit Beginn nach oben. Dazu muss man wissen, dass überhaupt nur ein Prozent aller Apps die Wahrnehmbarkeitsschwelle erreicht.

Wie schafft man es also, trotzdem wahrgenommen zu werden?
D. W.: Es ist wichtig, einen guten Auftritt im Store zu haben, damit man von Anfang an gute Bewertungen bekommt: Übersetzungen in verschiedenen Sprachen, gute Screenshots, ... Wenn man Glück hat, kommt man dann gleich in Bestenlisten und wenn man das geschafft hat, geht es gut dahin.
T. M.: Nur in den App-Store stellen bringt nichts, Vorbereitung ist die halbe Miete. Man muss wirklich von Anfang an sehr professionell an das Thema herangehen.

Und wie verdient man mit so einer App auch Geld?
D. W.: Es ist ein klassisches „Freemium-Modell“, das heißt, die Basis-Version ist gratis und werbefinanziert. Dann gibt es noch eine Premium-Version, die derzeit fünf Euro kostet. In Zukunft wollen wir das aber über ein Abo abwickeln, wo man monatlich etwas bezahlt, um noch bessere Funktionen anbieten zu können.

Wie sind die Rahmenbedingungen für Start-ups in Graz?
D. W.: Im nationalen Vergleich sehr gut. Ich würde sagen, hier ist so etwas wie das österreichische Silicon Valley entstanden.
T. M.: Im Gründerzentrum am Nikolaiplatz hat man zum Beispiel alles zu wirklich guten Konditionen alles was man braucht. Und es herrscht dort eine tolle Start-up-Kultur die motiviert.

Daniel Wohlmuth

Geboren am 22. Juni 1990 in Bruck an der Mur.
Studium der Internettechnik an der FH Joanneum in Kapfenberg, Abschluss 2012.
Danach App-Entwickler bei der Grazer Firma „up-to-eleven“.
Mit Fitapp seit 2014 selbstständig, im Februar 2016 Gründung einer GmbH gemeinsam mit Thomas Mühlbacher.
Betreibt fünf bis sechs Mal in der Woche Sport.

Thomas Mühlbacher

Geboren am 21. Mai 1965 in Bruck an der Mur.
Verheiratet mit Roswitha, Vater von Lukas, 9, und Elias, 6.
HBLA für alpenländische Landwirtschaft in Raumberg, später Online-Media-Marketing an der Donau Uni Krems.
Hat für die Fachzeitschrift „Landwirt“ das Online-Portal landwirt.com mit aufgebaut.
Ist Ausdauersportler, hat dabei die Fitapp immer im Einsatz.

Fitapp

Die Fitapp ist eine Fitness-App, mit der Läufe und andere sportliche Aktivitäten über GPS aufgezeichnet werden.
Die Basis-Version ist für Android und iOS Handys gratis.
Info: www.fitapp.info
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