11.03.2016, 11:21 Uhr

Kostspielige Verzögerungen in Reininghaus?

Reininghaus: Hier soll ein neuer Stadteil entstehen – inklusive zweiter Herrengasse. (Foto: Hofstätter & Kletzenbauer)

In den nächsten Jahren soll dort eine Wertschöpfung von 1,6 Milliarden Euro entstehen. Um diese nicht zu gefährden, fordern Investoren die Einrichtung einer Taskforce auf Ebene der Politik und Beamtenschaft.

Ganze 19 Projekte sind bis 2030 auf den rund 52 Hektar des Reininghaus-Areals geplant, durch die im Westen von Graz ein neuer Stadtteil entstehen soll. Die Investoren rund um Wolfgang Erber (Erber Group) wünschen sich nun ein stärkeres Commitment der Stadt – über Parteigrenzen und Abteilungsdenken hinaus: "Das Projekt steht jetzt am Start und muss nun rasch an Fahrt aufnehmen. Wir brauchen dafür ein gemeinsames Ziel vor Augen – Politik, Beamtenschaft und Investoren müssen als Einheit hinter diesem Gemeinschaftsprojekt für ganz Graz stehen", so Erber.

1,62 Milliarden Wertschöpfung

Argumentiert wird vonseiten der Investoren mit einer aktuellen Studie des Universitätsprofessors Josef Scheff (361 consulting gmbh), in der die regionalwirtschaftlichen Effekte der Bebauung des Areals untersucht wurden: Hier soll Wohnraum für mindestens 10.000 Menschen und Arbeitsplätze für 7.000 bis 10.000 Menschen geschaffen werden. Im Zeitraum von 2012 bis 2030 entsteht durch die Bebauung außerdem eine zusätzliche Wertschöpfung von 1,62 Milliarden Euro – mehr als die Hälfte davon (857 Millionen) entfallen auf die Steiermark.
Zusätzlich wurden die Beschäftigungseffekte im selben Zeitraum mit einer Auslastung von insgesamt 23.000 Beschäftigten berechnet.

Drohende Verzögerung

Mit der für Graz beispiellosen Größe des Projekts gehe laut Wolfgang Erber einher, dass noch keiner der Beteiligten Erfahrungen mit derartigen Dimensionen habe. Dementsprechend sei von den Investoren ein besonders großer Einsatz gefragt – genauso, wie vonseiten der Stadt. Letzteres lasse laut Wolfgang Erber und Christian Krainer, Geschäftsführer von ÖWG Wohnbau, aber noch zu wünschen übrig. Schaffe man es jetzt nicht, mit der Bebauung des Areals rasch Tempo aufzunehmen, würden durch die zeitliche Verzögerung laut Krainer Impulse für den Arbeitsmarkt fehlen und sich die Kosten für die Wohnbauprojekte erhöhen. Höhere Mieten und Kaufpreise sowie ein weiter steigender Druck auf dem Wohnungsmarkt seien die Folgen. "Die Investitionen kommen in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage genau richtig. Arbeitsmarktpolitisch sprechen die dadurch entstehenden Impulse für eine rasche Projektumsetzung. Vor allem auch in Hinblick auf den Zuzug in den kommenden Jahren besteht für Graz Handlungsbedarf", so Krainer.

Forderungen der Investoren

Die Investoren rund um Erber und Krainer (siehe Bild) fordern deshalb unter anderem die Einrichtung einer Taskforce auf Ebene der Politik und Beamtenschaft, die Erarbeitung eines ressortübergreifenden Zeit- und Umsetzungsplans für die Entwicklung der Quartiere binnen Monatsfrist und eine Sicherstellung der erforderlichen Human-Ressourcen in den Fachabteilungen um das Gesamtprojekt zeitgerecht umsetzen zu können.
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