10.08.2016, 08:32 Uhr

Tief im Herzen der Kaffeehauptstadt – hinter den Kulissen bei J. Hornig

Kontrolle: Chef-Barista Barbara Bauer überprüft die Qualität des Rohkaffees. (Foto: J. Hornig)

Das Grazer Traditionsunternehmen J. Hornig öffnete für die WOCHE seine Pforten.

Langsam öffnet sich das Einfahrtstor. Mit dem Pförtnerhäuschen erinnert es irgendwie an die gute alte Zeit. Ein Gefühl, das sich noch erhärtet, wenn man das Auto am Parkplatz abgestellt hat. Hier in der Waagner-Biro-Straße inhaliert man förmlich Grazer Unternehmergeschichte. Und von außen macht die Firmenzentrale von J. Hornig auch wirklich den Eindruck, als ob sich seit dem Einzug im Jahr 1960 praktisch nichts verändert hat.
Doch hinter dem Retro-Gemäuer wurde dem Traditionsunternehmen frisches Leben eingehaucht – von Cold Brew Coffee (kaltgebrühter Kaffee im "Bierflascherl") über Direct Trade und Barista-Schulungen bis hin zu richtig lässigen Social-Media-Kampagnen, so am Puls der Zeit war Hornig wohl überhaupt noch nie.
Der WOCHE gewährte Chef-Barista Barbara Bauer den Blick in die heiligen Produktionshallen – und zeichnete für uns den Weg von der Bohne ins Kaffeehäferl nach. Für den Start müssen wir einen Stock tiefer in den riesigen Lagerkeller. Dort wird Kaffee aus aller Welt angeliefert und wartet auf die Weiterverarbeitung. "Die Farbe hier auf der Palette", zeigt Bauer auf die in diesem Fall gelbe Markierung, "zeigt uns, woher der Kaffee kommt." Für die Spezialitätenlinie "JOHO’s" kauft man direkt bei den Bauern in Brasilien, Äthiopien und Guatemala.

1.750 Tonnen Kaffee

Stolze 1.750 Tonnen Rohkaffee werden pro Jahr bei Hornig verarbeitet – was, nachdem zu kleine Bohnen, Steine oder kleine Holzstücke maschinell ausgesiebt werden, einen Stock höher passiert. "Das hier ist so etwas wie das Herzstück unserer Produktion", zeigt Bauer auf die Röster mit den riesigen Kaffeesilos. Zwischen 12 und 18 Minuten werden die Bohnen bei 200 Grad geröstet. "Industrieröstungen dauern oft nur 90 Sekunden – vom Geschmack her ist das nicht zu vergleichen", erklärt die Barista. Nebenan befindet sich das Kaffeelabor, wo Stichproben aller Röstungen einer Qualitätskontrolle unterzogen werden.

"Barista Academy"

Für den Großteil der Kaffeebohnen geht’s nach einer Abkühlphase per "Lift" zur Verpackung. Je nach Größe der Chargen wird dies automatisch oder per Hand erledigt. Letzte Station des Kaffees ist schließlich die Lagerhalle, von wo aus es in den Einzelhandel oder in die Gastronomie geht. Ein kleiner Teil der Produktion wandert aber wieder einen Stock höher. "In unserer Barista Academy zeigen wir Gastrokunden oder privaten Kaffeeliebhabern, wie der perfekte Cappuccino gelingt."
Für guten Kaffee braucht’s also nicht unbedingt einen Abstecher nach Italien – in der "Kaffeehauptstadt" Graz ist dies dank "Tribeka", "Baristas" & Co. kein Geheimnis mehr. Begonnen hat’s hier, in der Waagner-Biro-Straße.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.