28.04.2016, 14:00 Uhr

Im Frühling werden Zecken wieder aktiv

Die Zeckenimpfung sollte bei Kindern und älteren Erwachsenen alle drei Jahre, ansonsten alle fünf Jahre erfolgen. (Foto: Dron/Fotolia)
BEZIRK. Mit dem Beginn der Zeckensaison steigt auch das Risiko für Hirnhautentzündung oder Borreliose. Wie man sich im Fall eines Zeckenstiches bestmöglich verhält und welche Krankheiten dabei übertragen werden können, verrät Dr. Martin Gollner, Arzt für Allgemeinmedizin in Peuerbach.

BezirksRundschau: Welche Krankheiten können durch Zecken übertragen werden?
Gollner:
Zum einen kann die FSME-Erkrankung übertragen werden. Dies ist die bekannte und schwerwiegende Meningitis oder Hirnhautentzündung. Zum anderen kann es auch zur Borrelien-Erkrankung kommen. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die sich letztlich im Rückenmark absetzt.

Was muss man bei der Zeckenimpfung beachten?
Prinzipiell muss man bei jeder Impfung gesund sein, und es dürfen davor keine schweren Operationen oder Chemotherapien stattgefunden haben, da das Immunsystem in den ersten Wochen nach der Impfung geschwächt ist. Die Impfung sollte bei Kindern und älteren Erwachsenen alle drei Jahre, bei allen anderen Personen alle fünf Jahre erfolgen.

Wann und wo ist die Zeckengefahr besonders groß?
Die Zeckengefahr ist zu Frühlingsbeginn besonders groß. In der Zeit zwischen März und Mai finden die häufigsten Zeckenbisse statt. Was die Region betrifft, so sind Teile des Bezirkes Grieskirchen sowie der gesamte Bezirk Eferding von FSME betroffen.

Wie verhält man sich nach einem Zeckenstich?
Hier gibt es unterschiedliche Empfehlungen: Es gibt beispielsweise die "elegante" Methode. Dabei wird die Zecke mit einem Vereisungsspray abgetötet und anschließend vom Arzt entfernt. Eine weitere Möglichkeit bieten Zeckenentfernungszangen aus der Apotheke. Die Zeckenentfernung muss jedoch nicht sofort erfolgen. Ich empfehle, die Zeckenentfernung vom Hausarzt durchführen zu lassen, denn bei falscher Entfernung – ohne den Kopf des Tieres – kann es zu Infekten kommen. Was auch gefährlich sein kann, ist, wenn man den Zeckenstich nur durch einen juckenden Reiz wahrnimmt und die Zecke dabei reflexartig entfernt, ohne dies selbst zu merken.

Zu welchen Anzeichen kommt es bei FSME oder Borreliose?
Im Fall von FSME zeigt sich in den ersten 24 Stunden ein Fieberanstieg, der hochgefährlich ist. Deshalb sollte man sofort einen Hausarzt kontaktieren oder das nächste Krankenhaus aufsuchen. Bei Borreliose kommt es hingegen nach drei Tagen zu einem kreisförmigen, roten Hautausschlag, der in weiterer Folge hellrot wird und sich um die Einstichstelle zunehmend ausbreitet.

Wie werden diese Erkrankungen behandelt?
Bei Meningitis kommt es zur stationären Behandlung nach den Kriterien der Intensivmedizin, um Gehirnschäden zu verhindern. Bei Borreliose gibt es eine 14-tägige antibiotische Therapie. Treten zusätzliche Beschwerden auf, so kann auch eine antibiotische Infusionstherapie beim Hausarzt durchgeführt werden.
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