05.07.2016, 13:29 Uhr

Wenn Schäfchenzählen nicht mehr ausreicht

Die Uhr tickt erbarmungslos, der Schlaf liegt noch in weiter Ferne – Schlafstörungen haben verschiedene Gründe. (Foto: Dan Race/Fotolia)

Schlafstörungen schlagen nicht nur aufs Gemüt – sie können krank, depressiv und dick machen.

BEZIRKE (jmi). Unruhige Nächte, spätes Einschlafen oder frühes Aufwachen: Schlaflos ist man nicht nur in Seattle, sondern auch immer öfter in Oberösterreich. Jeder Vierte im Bundesland leide unter Schlafstörungen, so die Österreichische Gesellschaft für Schlafmedizin (ÖGSM). Aus verschiedenen Gründen, wie Cornelia Oberndorfer, Pharmazeutin in der Apotheke Rizy Grieskirchen, erklärt: "Es gibt viele Ursachen, wie Stress, psychische Probleme oder auch Krankheiten. Wenn die Probleme beim Ein- oder Durchschlafen länger bestehen, sollte man das mit einem Arzt klären."


Ungemütliche Folgen


Zu wenig Nachtruhe drückt nicht nur aufs Gemüt und schränkt das Wohlbefinden ein. Folgen von dauerhaftem Schlafdefizit können verminderte Konzentrationsfähigkeit und Wahrnehmung, Denkstörungen sowie Gewichtszunahme sein. "Ebenso leidet der Körper, denn Schlaf gilt für ihn als wichtige Erholungsphase, in der er sich regeneriert", so Oberndorfer. Auch Depressionen können durch längeren Verlust der nächtlichen Ruhe entstehen. "Wenn man die Ursache findet und sie in den Griff bekommt, führt das meist auch wieder zu einem guten Schlaf", weiß Bernhard Zauner, Arzt in Bad Schallerbach.


"Wer über längere Zeit nicht richtig schlafen kann, sollte einen Arzt aufsuchen."

Cornelia Oberndorfer, Apotheke Rizy

Der Allgemeinmediziner betont, die Krankengeschichte zu ergründen: "Mittels einer ordentlich geführten Anamnese wird ermittelt, warum man nicht schlafen kann. Gründe dafür können Erkrankungen, Schmerzen, falsche Ernährung, familiäre oder berufliche Probleme sein. So lassen sich dann auch verschiedenste Therapieansätze festlegen." Diese reichen von homöopathischen Präparaten bis hin zu Schlafmitteln und Antidepressiva. "Vorsicht ist aber bei Schlafmitteln geboten, denn sie haben ein hohes Abhängigkeitspotenzial", erklärt Zauner.

"Wichtig ist eine ordentliche Anamnese, damit man weiß, warum man nicht schläft."

Bernhard Zauner, Arzt

Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollte man vorbeugen, anstatt wachzuliegen. "Bei kurzfristigen Schlafstörungen kann auf Homöopathie und pflanzliche Präparate zurückgegriffen werden. Inhaltsstoffe wie Passionsblume, Zitronenmelisse, Lavendel oder Baldrian entspannen und helfen, herunterzukommen", so Oberndorfer. "Auch B-Vitamine können helfen, da sie das Schlafhormon Melatonin bilden."

Tipps zum Schlafen


– Bewegung: Ausreichende Bewegung am Tag und an der frischen Luft.
– Achtung beim Mittagsschlaf: Eine zu lange Mittagsruhe macht am Abend munter.
– Sparsam sein: Vor dem Schlafengehen nicht mehr zu viel oder zu üppig essen oder trinken.
– Regelmäßigkeit: Abends am besten immer zur selben Uhrzeit schlafen gehen.
– Richtiges Klima: Das Schlafzimmer sollte weder zu warm noch zu kalt sein. Vorher gut durchlüften.
– Keine Elektrogeräte: Elektrosmog kann zu Schlafstörungen führen.
– Zum Buch greifen: Fernseher, Tablet und Computer machen durch elektrisches Licht schnell wieder wach.
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