20.04.2016, 09:41 Uhr

Hundehaltung ist gar nicht so einfach

Keine Frage der Größe: Beißen können auch kleine Hunde und bei der Hundeabgabe spielt die Größe keine Rolle.

Bevor man auf den Hund kommt, gilt es so einiges an Vorschriften und Regeln zu beachten.

BEZIRKE (raa). Die einen lieben sie, andere können so gar nichts mit ihnen anfangen. Immer wieder hört man auch von Bissattacken von Hunden. Erst kürzlich wurde eine Dreijährige in Fraham von einem Hund gebissen und gekratzt. "Den letzten größeren Zwischenfall im Bezirk Grieskirchen hatten wir im letzten Jahr in Rottenbach. Ein Rottweiler biss und verletzte gleich drei Personen. Der Hund wurde letztlich eingeschläfert", so Amtstierarzt Franz Gruber. Grundsätzlich, so Gruber, erscheint in der Hundebissstatistik aber jede Hunderasse auf. "Zum Teil ist das sicher Erziehungssache, oft sogar falsch verstandene Tierliebe, wenn man den Hund überall rauf lässt zum Beispiel", so Gruber. Ist ein Hund schon mal auffällig geworden, verlangt der Gesetzgeber einen erweiterten Sachkundenachweis. "Da muss der Hundeführer mit dem Hund verschiedene Prüfungen absolvieren".
Einen allgemeinen Sachkundenachweis verlangt jede Gemeinde bei der Anmeldung eines Hundes. Für diesen Sachkundenachweis muss man sich eine Stunde lang von einem Tierarzt Informationen über Hundekrankheiten, Haltung und das Chippen des Hundes anhören. Außerdem sind zwei Stunden bei einem Hundetrainer nötig. Den geliebten Vierbeiner anzumelden, ist im übrigen Pflicht. Die Kosten hierfür variieren von Gemeinde zu Gemeinde. Am günstigsten kommt man in Scharten weg. Hier schlägt die Hundeabgabe mit 15 Euro pro Jahr zu Buche. Die teuerste Gemeinde mit 50 Euro ist Schlüßlberg. Zudem sind noch bis zu zwei Euro für die Hundemarke fällig. Von der Hundeabgabe ausgenommen sind beispielsweise Blindenhunde. Für ausgesprochene Wachhunde reduziert sich die Hundeabgabe meistens um ein paar Euro. In der Gemeinde wird der Hund in ein Halteregister gespeichert. Was viele nicht wissen: Zusätzlich muss der Hund in die Heimtierdatenbank eingetragen werden. Verantwortlich dafür, so der Amtstierarzt, ist der Hundebesitzer selbst. Zudem verlangt jede Gemeinde eine Haftpflichtversicherung. "Bei manchen Versicherungen kann man den Hund in die normale Haftpflicht ohne Zusatzkosten mit aufnehmen", weiß Gruber, der selbst Hundebesitzer ist. Impfungen sind für einen Hund in Österreich nicht zwingend vorgeschrieben. Sollte man allerdings mit dem geliebten Vierbeiner ins Ausland fahren, verlangen viele Länder neben dem Heimtierausweis auch zumindest eine Tollwutimpfung.
Weitere Vorschriften gelten für Hunde, die in Zwingern gehalten werden. "Er muss neben anderen Voraussetzungen mindestens eine nutzbare Fläche von 15 Quadratmetern haben und eine der Größe des Hundes angepasste Schutzhütte", so Gruber. Eine dauernde Zwingerhaltung ist verboten. "Der Hund muss zumindest einmal am Tag einen ausführlichen Auslauf haben." Auf öffentlichen Flächen im Bezirk ist für Hunde eine Leine oder ein Maulkorb vorgeschrieben, weiß der Amtstierarzt.

Hunde sind nicht billig

Die jährlichen Kosten für einen Hund sind nicht zu unterschätzen. Schon bei einem kleinen Hund, ist sich Amtstierarzt Gruber sicher, fallen pro Jahr 250 bis 300 Euro an. Je größer der Hund, desto kostspieliger sind auch die Ausgaben für das Fressen. Nicht unterschätzen sollte man Tierarztkosten, die sich schnell summieren können. Derzeit sind in den Bezirken Grieskirchen und Eferding rund 5000 Hunde gemeldet.


Höhe der Hundeabgabe in den Gemeinden in Euro pro Jahr (Hundeabgabe / Hundemarke):

Bezirk Eferding:

Alkoven: 25 / 2
Aschach an der Donau: 20 / 2
Eferding: 38,50 / 2
Fraham: 20 / 2
Haibach ob der Donau: 25 / 1,45
Hartkirchen: 20 / 2
Hinzenbach: 20 / 2
Prambachkirchen: 27 / 2
Pupping: 30 / 2
Sankt Marienkirchen: 22 / 2
Scharten: 15 / 2
Stroheim: 20 / 2

Bezirk Grieskirchen:


Aistersheim: 25 / 2
Bad Schallerbach: 20 / 1,5
Bruck-Waasen: 20 / 2
Eschenau: 21 / 1,5
Gallspach: 40 / 2
Gaspoltshofen: 20 / 2
Geboltskirchen: 20 / 1,45
Grieskirchen: 30 / 2
Haag am Hausruck: 20 / 1,45
Heiligenberg: 22 / 2
Hofkirchen/Trattnach: 20 / 2
Kallham: 19 / 2
Kematen am Innbach: 18 / 2
Meggenhofen: 20 / 2
Michaelnbach: 22 / 1,45
Natternbach: 21 / 3
Neukirchen am Walde: 20 / 2
Neumarkt/Hausruck: 25 / 1,45
Peuerbach: 40 / 2
Pollham: 20 / 1,5
Pötting: 20 / 2
Pram: 25 / 2
Rottenbach: 21 / 1,45
Sankt Agatha: 35 / 3,5
Sankt Georgen bei Grieskirchen: 17 / 2
Sankt Thomas: 22 / 2
Schlüßlberg: 50 / 2
Steegen: 20 / 2
Taufkirchen/Trattnach: 20 / 2
Tollet: 18 / 1,5
Waizenkirchen: 20 / 2
Wallern: 25 / 1,45
Weibern: 18 / 2
Wendling: 20 / 2
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Rainer Auer aus Grieskirchen | 27.04.2016 | 14:34   Melden
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