07.10.2016, 11:33 Uhr

Mädls einen guten Start bieten

Technische Berufe werden immer interessanter für Mädchen. (Foto: pantermedia.net/Monkeybusiness/Fotolia)

Immer mehr Mädchen gehen in technische Berufe – wichtiger Schritt gegen Fachkräftemangel.

BEZIRKE (jmi). Ob an Säge, Feile oder Schweißgerät – beim "Girls' Day" heißt es für Mädchen wieder zupacken. Bei der Aktion erhalten sie jedes Frühjahr einen genauen Einblick in "männertypische" Berufsfelder. "Mit dem Girls' Day und der Job-Tour wird viel getan, damit Mädchen technische Berufe vorgestellt werden", erklärt Michael Pecherstorfer, Leiter der WKO Eferding. Das Angebot wird ausgiebig von Unternehmen und Jugendlichen genützt. Eine Ausbildung im technischen Bereich wird für Mädchen immer interessanter: 2005 gab es oberösterreichweit 356 Lehrmädchen in den Bereichen Elektrotechnik und Elektronik, Maschinen/Fahrzeuge/Metall, Chemie und Kunststoff. Zehn Jahre später verdoppelte sich die Anzahl fast: Die WKO-Lehrlingsstatistik verzeichnete 2015 in diesen Bereichen 682 weibliche Lehrlinge. Damit steht eine Ausbildung in der Metalltechnik auf dem achten Platz der Beliebtheitsskala für weibliche Lehrlinge – noch vor pharmazeutisch-kaufmännischer Assistenz und Restaurantfachfrau.

"Wichtig ist, Mädchen auf die verschiedenen Berufsfelder aufmerksam zu machen."

Michael Pecherstorfer, WKO Eferding

"Die Mädchen bewerben sich für Ausbildungsplätze in unserer Werkstätte. Etwas schwieriger gestaltet sich mittlerweile die rechtliche Situation", so Franz Moser von der Grieskirchner Tischlerei Moser. Dort lernt derzeit eine Tischlerin im dritten Lehrjahr. Durch rechtliche Regelungen dürfen schwangere Frauen nicht mehr in der Werkstatt eingesetzt werden. Für viele Betriebe ist das ein K.-o.-Kriterium, wenn es darum geht, Mädchen als Mitarbeiter und Lehrlinge einzustellen." Das weiß auch Pecherstorfer: "Dieses Problem besteht in jeder Branche. Das erstreckt sich auch auf Sanitäranlagen und Umkleidemöglichkeiten für beide Geschlechter. In größeren Betrieben ist das meist kein Problem, bei kleinen schon. Es gibt viele Herausforderungen, bei denen man Lösungen suchen muss und auch die Politik noch viel leisten muss."

"Rechtliche Regelungen können K.-o.-Kriterium bei der Aufnahme von Mädchen sein."

Franz Moser, Tischlerei Moser

Davon dass derzeit Ansätze geschaffen werden, um solche Herausforderungen zu meistern, ist der WKO-Obmann überzeugt. Denn Facharbeitermangel besteht weiterhin. Ein Kreislauf: Werden keine Mitarbeiter gefunden, können Unternehmen nicht expandieren und somit keine neuen Arbeitsplätze schaffen. "Mädchen können und werden einen großen Beitrag leisten, den Facharbeitermangel zu lösen", so Pecherstorfer. "Wichtig bleibt weiterhin, Jugendlichen zu zeigen, welche Berufe sie ergreifen können. Aktionen wie der Girls' Day oder die Potenzialanalyse können helfen."

Infomöglichkeiten


"Welcher Beruf ist der richtige für mich?" – Diese Frage stellen sich die meisten Jugendlichen, egal ob es um einen Ausbildungsplatz geht oder ein Wechsel in eine höhere Schule ansteht. Junge Menschen können Aktionen nützen, die bei der Entscheidung helfen.
• Beim Girls' Day können Mädchen der dritten und vierten Klassen von HS, NMS und AHS bei Unternehmen der Region in technische, handwerkliche und naturwissenschaftliche Berufe hineinschnuppern.

• Im Mittelpunkt beim Boys' Day stehen Burschen, die soziale Berufe kennenlernen möchten. Dabei besuchen sie Spitäler, Betreuungseinrichtungen sowie Alten- und Pflegeheime und sprechen mit den männlichen Mitarbeitern.

• Das Ziel der Potenzialanalyse ist, dass Jugendliche durch Tests und persönliche Gespräche ihre Interessen, Fähigkeiten und Stärken kennenlernen.
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