01.06.2016, 09:04 Uhr

Wenn das Geld zum Einkauf nicht mehr reicht

Sozialmärkte des Roten Kreuzes gewinnen in schwierigen Zeiten immer mehr an Bedeutung.

GRIESKIRCHEN/PEUERBACH (raa). Immer mehr Menschen sind von Armut gefährdet und können sich oftmals selbstverständliche Dinge des täglichen Lebens nicht mehr leisten. Aus diesem Grund betreibt das Rote Kreuz seit knapp fünf Jahren in Grieskirchen den Sozialmarkt "d'Weberzeile". Demnächst eröffnet der "Markt mit Herz"-Sozialmarkt in Peuerbach. Das neue Geschäft öffnet ab 17. Juni dienstags und freitags jeweils von 14 bis 17 Uhr seine Pforten. Einkaufen kann man in diesen Märkten nur mit einer Berechtigung. Die erhalten Personen, die allein maximal 950 Euro und in einem Zwei-Personen-Haushalt maximal 1400 Euro Einkommen haben. Die Formulare zum Beantragen der Einkaufsberechtigung erhält man in den Gemeinden, auf der Bezirkshauptmannschaft und beim Roten Kreuz. Nach Prüfen der Einkommensnachweise und Erteilen der Einkaufsberechtigung kann man pro Woche bis maximal 30 Euro im Sozialmarkt einkaufen.
"Bei unserem Warenangebot sind wir auf Spenden von Erzeugern und Geschäften angewiesen", weiß Edith Pennetzdorfer, die Koordinatorin der Sozialmärkte Grieskirchen. "Dabei handelt es sich um Waren des täglichen Bedarfs, die entweder Verpackungsschäden aufweisen oder deren Mindesthaltbarkeitsdatum zu Ende geht." Verkauft werden die Produkte im Sozialmarkt um rund ein Drittel des üblichen Diskontmarktpreises. Die Hemmschwelle, diese Märkte zu nutzen, ist bei vielen Betroffenen jedoch sehr ausgeprägt. "Wir haben schon Berechtigungen ausgestellt, doch die Leute kommen aus Scham dann #+nicht. Aber viele sind sehr dankbar und nutzen diese Möglichkeit gerne", so Pennetzdorfer. Die Helfer vom Roten Kreuz haben über die Jahre die Erfahrung gemacht, dass immer mehr Menschen sich kaum mehr das Nötigste leisten können.
Derzeit nutzen rund 400 Personen im Bezirk diese Art des Einkaufes. Oftmals ist es für sie die einzige Möglichkeit, regelmäßig den heimischen Kühlschrank halbwegs zu füllen. Sozialmärkte sind keine Supermärkte mit Vollsortiment. "Wir dürfen nichts dazukaufen und sind auf das angewiesen, was wir bekommen", weiß Pennetzdorfer.
Die Sozialmärkte sind nicht gewinnorientiert. "Die Einnahmen fließen in die Miete und in die Autos beispielsweise."
Weil der Sozialmarkt in Peuerbach noch Waren benötigt, startet das Rote Kreuz am 11. Juni von 8 bis 15 Uhr eine Sammelaktion. Rotkreuz-Mitarbeiter werden vorm Hofer und Unimarkt in Peuerbach, Billa in Waizenkirchen und Eurospar in Neukirchen Kunden bitten, Waren zu spenden.
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