23.05.2016, 00:22 Uhr

Fantastische Blues-Nacht im Freilichtmuseum Gerersdorf

Güssing: Freilichtmuseum Ensemble Gerersdorf |

Freilichtmuseum Gerersdorf, Freitag, 20. Mai 2016. Volles Haus. Ein Konzertabend der Sonderklasse. Blueslegende Al Cook brillierte und Arthur Fandl und sein Ensemble "Arthur Fandl Blues Set" gestalteten den Konzertabend schwungvoll mit.

Die erste Hälfte des Konzertabends wurde vom Arthur Fandl Blues Set gestaltet: Arthur Fandl (Keyboard und Posaune), Peter Pleyel (Gitarre), Markus Faber (Blues Harp), Karin Daym (Kontrabass und Gesang) und René Philipp Heindl (Schlagzeug).
Ein Streifzug durch die vielfältige Welt des Blues stimmte auf den Star des Abends ein, dem die Bühne nach der Pause gehörte.
Al Cook erzählte, wie er über Rock'n'Roll und Elvis Presley-Interpretationen zum Blues kam und mit welchen Schwierigkeiten seine ersten Jahre als Musiker verbunden waren. Er war dem bodenständigen und erdigen Original-Blues der 20er- und 30er-Jahre verfallen, was in Österreich in den Sechzigern völlig fremdartig war und überhaupt nicht ankam. Der Durchbruch kam durch Zusammenarbeit mit der "Worried Men Skiffle Group" und Sessions mit den Milestones und dem heutigen Ostbahn-Kurti Anfang der Siebziger Jahre. Al Cook kann auf über fünfzig Jahre Bühnenpräsenz zurückblicken. Heute sieht er sich in der seltsamen Situation, stellvertretend für die schwarzen Bluessänger, die Urheber des Blues, den originalen Blues zu interpretieren, der inzwischen bei diesen selbst leider durch die HipHop-und Rapkultur mehr und mehr verdrängt wird.
Im Publikum befanden sich viele Konzertbesucher, die schon vor Jahrzehnten Bekanntschaft mit dem "Weißen König des Schwarzen Blues" gemacht hatten und sich über das Wiedersehen mit ihrem Bluesidol freuten.
Al Cook spielte einige Stücke, die schon vor ca. hundert Jahren entstanden, aber auch einige seiner bekanntesten Songs, wie den "Working Man Blues". Regelrecht fesselnd war es, den berühmten Bluessong "Sweet Home Chicago" von Robert Johnson in der Originalversion zu hören, die sich deutlich von den uns vertrauten "weichen" Interpretationen abhebt.
Zu vorgerückter Stunde wurde Al Cook von der großartigen Karin Daym auf dem Kontrabass begleitet. Schließlich wurde Arthur Fandl auf die Bühne gerufen und trug auf der Posaune seinen Part bei. Indessen wechselte Al Cook von der Gitarre zum Keyboard für ein schwungvolles Finale mit dem Arthur Fandl Blues Set. Nachdem sich alle MusikerInnen auf der Bühne vom Publikum verabschiedet hatten, sorgte Karin Daym noch zum Ausklang mit dem Song "Fever" für Gänsehaut (Gesang, Kontrabass).
Zur Zeit läuft im Freilichtmuseum Ensemble Gerersdorf eine Ausstellung des Malers Clemens Kindermann. Daher bot sich dem Konzertpublikum die Gelegenheit, die Werke des Künstlers zu bewundern und sie während des Konzerts als Kulisse zu genießen.
Hausherr Prof. Gerhard Kisser lud die KonzertbesucherInnen zu längerem Verweilen im Lokal im Stadl ein, denn in einer solchen frühsommerlich-klaren Mondnacht sollte noch gebührend gefeiert werden...
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