26.06.2016, 11:13 Uhr

Bürgerbefragung: Güssinger lehnen Einbahn deutlich ab

Seit Herbst kann man die Hauptstraße nicht mehr vom Stadtkern in Richtung Volksschule und Spital durchfahren.

56,2 % der Bürger wollen wieder eine zweispurige Hauptstraße

Eine klare Absage haben die Güssinger Wahlberechtigten der im Vorjahr eingerichteten Einbahn durch die Hauptstraße erteilt. Bei einer zweitägigen Bürgerbefragung sprachen sich 56,2 % der Teilnehmer dafür aus, die Einbahnregelung wieder aufzuheben.

Die beiden anderen zur Auswahl stehenden Verkehrsvarianten fanden deutlich weniger Unterstützung. Für die Beibehaltung der jetzigen Regelung waren 8,4 % der Befragten. Der Vorschlag, die Einbahn zu behalten und zusätzlich die parallel führende Teichgasse für den Pkw-Verkehr auszubauen, kreuzten 35,3 % der Befragungsteilnehmer an.

Reaktionen

"In dieser Deutlichkeit hätte ich das Ergebnis nicht erwartet", sagte Bürgermeister Vinzenz Knor (SPÖ), dessen Fraktion die Einbahn im Herbst beschlossen hat. Es sei offenbar leichter, gegen etwas zu sein als für etwas. Die Gegner hätten ihre Anhänger gut mobilisiert.

"Ein eindeutiges und bindendes Votum gegen eine Drüberfahr-Politik. Nun gibt es keine Ausreden mehr", betont ÖVP-Stadtobmann Michael Hoffmann, dessen Fraktion gegen die Einbahnregelung aufgetreten war. "Nun ist es Zeit, gemeinsam ein neues Gesamtverkehrskonzept für Güssing auszuarbeiten."

Das sieht auch Bürgermeister Knor so. "Wir brauchen eine größere Verkehrslösung, vor allem um den überregionalen Schwerverkehr aus der Stadt zu bekommen."

Gemeinderat tagt

Mit dem Ergebnis und den Konsequenzen aus der Bürgerbefragung befasst sich nun der Gemeinderat, der am Donnerstag zu einer Sitzung zusammentritt. Formell ist für die Hauptstraße die Bezirkshauptmannschaft zuständig, die eine neue Verordnung erlassen müsste. In der Folge müssten die im Herbst aufgestellten Verkehrsschilder und Straßenmarkierungen, die die neu geschaffenen Parkflächen kennzeichnen, wieder entfernt werden.

Zu 100 Prozent in den Ursprungszustand wird die Hauptstraße aber nicht rückversetzt. Variante 3 enthielt auch den Passus, die Einbahnregelung für Busse und Lkw aufrechtzuerhalten.

Ergebnis der Bürgerbefragung
Wahlberechtigte: 3.305
abgegebene gültige Stimmen: 1.484
Wahlbeteiligung: 44,9 %
Variante 1 (Einbahn behalten): 125 (8,4 %)
Variante 2 (Einbahn + Teichgasse): 524 (35,3 %)
Variante 3 (zweispurige Hauptstraße): 835 (56,2 %)
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