15.06.2016, 18:09 Uhr

Immer mehr Kindergärten setzen auf gesunde Ernährung

Gesunde Jause im Kindergarten Tauka: Was täglich praktiziert wird, prägt sich bei den Kindern ein. (Foto: Kindergarten Tauka)
"Ich mag am liebsten die saftigen Äpfel." "Mir schmeckt die Gurke am besten." "Und mir die Karotte." Wer Laura, Sandra und Chiara über ihre liebste Kindergartenjause befragt, bekommt Antworten, die auf den ersten Blick unerwartet sind.

Gurke statt Milchschnitte

Bei den Kindern im Kindergarten Strem stehen nämlich nicht Milchschnitte oder ähnliches Zuckerzeug hoch im Kurs, sondern Obst und Gemüse. "Die gesunde Jause wird bei uns seit zwei Jahren angeboten", erzählt Kindergartenleiterin Sonja Kopcsandy.

Die Eltern geben ihren Kleinen von daheim aus keine Zwischenmahlzeit mehr mit, stattdessen machen sich Kinder und Betreuerinnen ans Werk. Karotten, Gurken, Äpfel oder anderes Saison-Obst werden gemeinsam geschnitten, serviert und gegessen.

55 Kindergärten

Mit dieser Strategie steht Strem nicht alleine da. Mittlerweile 55 burgenländische Häuser haben sich dem Programm "Gesunder Kindergarten" angeschlossen, bei dem auch Ernährungsberaterinnen wertvolle Tipps weitergeben. Zuletzt sind neben Strem auch die Kindergärten Deutsch Kaltenbrunn, Eberau und Tauka dazugestoßen.

Täglich Obst

"Bei uns gibt es jeden Tag Obst, und das schon seit zehn Jahren", erzählt Karin Gyger, Leiterin des Kindergartens Tauka. Einmal pro Woche wird die Jause aus Gemüse, Obst oder Aufstrich gemeinsam zubereitet, statt süßen Getränken gibt es Wasser. "Die Kinder akzeptieren das."

Eltern ziehen mit

Die Gesundheits-Idee färbt auch auf die Eltern ab. "Sie geben den Kindern mittlerweile keine süßen Sachen und kaum noch Weißmehlgebäck in den Kindergarten mit", hat Gyger bemerkt.

"Eine Mutter hat mir erzählt, dass ihr Sohn jetzt daheim weniger Nutellabrot isst und stattdessen lieber Butterbrot mit Schnittlauch hat", ergänzt Kollegin Kopcsandy.

Seminare über Kinderernährung

Zu Mittag steht die gesunde Ernährung ebenfalls immer mehr im Mittelpunkt. "Wir werden vom Gasthaus Legath mit Essen beliefert. Die Mitarbeiter haben mit uns gemeinsam Seminare über Kinderernährung besucht", berichtet Kopcsandy. Das macht sich bezahlt. Auf dem Speiseplan stehen nun deutlich weniger Fleischspeisen, aber dafür mehr Vollkornprodukte.

Was Kinder am liebsten haben? "Äpfel, davon können sie nie genug bekommen. Beim Gemüse sind es Gurke und Paprika", erzählt Sonja Kopcsandy. Die Erfahrung von Kollegin Karin Gyger: "Naturjoghurt mit Obst und einem Löffel Müsli. Das essen unsere Kinder am liebsten."
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