18.05.2016, 10:12 Uhr

Kein Tropfen auf dem heißen Stein - 20 Jahre Hilfe direkt

Seit 20 Jahren hilft Franz Grandits mit "Hilfe direkt" den Ärmsten in Burkina Faso
Vor 20 Jahren beschloss der ehemalige Tischlermeister Franz Grandits im Rahmen einer Reise nach Burkina Faso, dass er dem Leiden der Menschen nicht mehr tatenlos zusehen konnte. Er begann, Spenden für die hungernden Menschen zu sammeln und daraus wurde der Verein "Hilfe direkt", wo ihm im Moment fünf engagierte Vereinsmitglieder zur Seite stehen.

Bildung als Schlüssel

"Ich bin stolz darauf, dass wir in Burkina Faso über 500 ständige Arbeitsplätze geschaffen haben, 26 Mädchen sind in der Lehrschneiderei beschäftigt und mehr als 15.000 Kinder können eine unserer 39 Schulen besuchen", erzählt der pensionierte Tischlermeister. "Denn der einzige Weg den Menschen dauerhaft zu helfen, ist es, ihnen Bildung zu ermöglichen, damit sie sich in weiterer Folge selbst helfen können".

Es sind dann diese kleinen "Erfolgsgeschichten", die ihn weitermachen lassen. Wenn er am Markt zwei Mädchen trifft, die eine Schneiderei aufgemacht haben und bei ihm in der Lehrschneiderei waren. Oder der Besuch bei einem Tischler, der sein Handwerk auch in einem seiner Projekte gelernt hat. "Durch Bildung erhalten die Menschen eine kleine Perspektive für sich und ihre Familie", so Grandits weiter.

Projektablauf

"Hilfe direkt" bezieht seine finanziellen Mittel rein aus Spenden, ohne jegliche Förderung. Dazu tourt Franz Grandits auch unermüdlich durch ganz Österreich und auch Teile Deutschlands, um die Menschen bei kleineren und größeren Vorträge um Unterstützung für seine Arbeit zu bitten.

Seine über 100 Projekte in Burkina Faso wurden alle nach dem gleichen Schema realisiert: Den ersten Teilbetrag der Finanzierungskosten gibt es nach fertiggestelltem Fundament, den zweiten nach dem Dachstuhl und den dritten nach Schlüsselübergabe. "So kann ich garantieren, dass mit jedem Cent vor Ort verantwortungsvoll umgegangen wird", erklärt der Stinatzer.

Alle Projekte werden dann nach Fertigstellung in die Eigenverantwortung der Menschen übergeben.

Bilder des Leids

Bei seinen regelmäßigen Besuchen in Burkina Faso wird Grandits natürlich noch immer mit unsagbarem Leid konfrontiert. "Der Hunger ist allgegenwärtig und eine medizinische Versorgung ist de facto nicht vorhanden", erzählt der Helfer. Menschen sterben an eingetretenen Nägeln, Kinder an Unterernährung.

"Auch das System der Zwangsehen ist nach wie vor gegeben und bringt unglaubliches Leid über viele Familien". Genauso verhält es sich mit verstoßenen Frauen und Kindern.

"Ich werde oft gefragt, warum ich diesen Leuten helfe, das wäre doch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Doch auch Dr. Albert Schweitzer begann vor vielen Jahrzehnten mit einem einzigen Krankenhaus im Urwald und es folgten viele nach", erzählt Franz Grandits von einem seiner großen Vorbilder.

Helfer willkommen

Für die Mitarbeit in einem seiner Projekte in Burkina Faso sucht "Hilfe direkt" auch laufend Freiwillige. Der Umstand, dass der Verein jedoch nichts für die Arbeit vor Ort zahlen kann, hält dann doch viele ab. "Trotzdem freue ich mich über jeden einzelnen Helfer, egal ob Arzt, Krankenschwester, Handwerker oder Pädagoge", so Grandits.

Wenn man ihn fragt, wie lange er noch weitermachen will, erklärt er: "Ich bin jetzt bald achtzig Jahre alt, zehn Jahre möchte ich noch weiterarbeiten und danach noch 20 Jahre die Pension genießen".

Rückblick und Ausblick

Am 20. Mai 2016 möchte "Hilfe direkt" mit Freunden, Förderern und Interessierten zurückblicken und vorausschauen:

20 Jahre "Hilfe direkt"
20. Mai 2016, 18.00 Uhr
Stinatzerhof, Stinatz

Es erwartet die Gäste gutes Essen, Top-Weine und ein musikalisches Rahmenprogramm mit afrikanischen Trommelrhythmen, dem Stinjacko Kolo und dem FTM-Trio.
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