20.04.2016, 16:32 Uhr

Was passiert mit der Mistg'stättn in Großmürbisch?

Alle behördlichen Anordnungen zur Räumung blieben erfolglos. Durch den Tod des Müllsammlers könnte sich das Blatt nun wenden.

Mehrere Räumungen waren erfolglos. Nun zeichnet sich nach 16 Jahren ein Ende des Schandflecks mitten im Ort ab.

Ein jahrelanges Katz-und-Maus-Spiel zwischen einem Müllsammler und den Behörden könnte eventuell in absehbarer Zeit ein Ende haben. Der Mann, der tonnenweise illegalen Müll auf dem von ihm bewohnten Grundstück in Großmürbisch gelagert hatte, ist nämlich vorletzte Woche verstorben.

Katz-und-Maus-Spiel

Zweimal wurde das Gelände in den Vorjahren bereits nach behördlicher Anordnung zumindest teilweise geräumt, prompt aber von dem Mann wieder "nachgefüllt".

Durch seinen Tod könnte sich die Zustände, die seit Jahren die Großmürbischer erzürnen, ändern. Die Verantwortung für die Tonnen von Mist ist nämlich nun auf die Grundbesitzerin übergegangen. Die schon mehrfach vorgeschriebene und von dem Bewohner nicht durchgeführte Entsorgung muss nun sie in die Wege leiten.

Grundbesitzerin am Zug

"Die Frau lebt in Deutschland. Sofern die Zustellung des Bescheides möglich ist, könnte ein Ende des Verfahrens absehbar sein", sagt Bezirkshauptfrau Nicole Wild, die die Causa seit ihrem Amstantritt vor zwei Jahren beschäftigt.

Der Grundbesitzerin stehen Berufungs und Beschwerdemöglichkeiten zu. Letztes behördliches Mittel am Ende eines letztinstanzlich rechtsgültigen Verfahrens wäre eine "Ersatzvornahme". In diesem Fall lässt die Behörde das Gelände räumen, die Kosten würden der Grundbesitzerin in Rechnung gestellt.

Das wäre keine Premiere. Schon 2012 und 2014 fuhren die Räumfahrzeuge auf. Der Müllsammler lagerte aber immer wieder neues Gerümpel ab.

Kaum noch gefährliche Substanzen

"Die einzig gute Nachricht: Es lagern jetzt kaum noch gefährliche Stoffe am Gelände", sagt Wild auf Basis eines Sachverständigen-Gutachtens. Nach dem Tod des Mannes könne jetzt auch nichts mehr dazukommen.

"Alle im Ort hoffen, dass die Sache so schnell wie möglich erledigt wird", sagt Bürgermeister Siegfried Klucsarits.

Volksanwaltschaft rügte

Der Fall hat seit dem Jahr 2008 sogar mehrfach die Volksanwaltschaft beschäftigt. Denn seit 1999 wird auf dem Grundstück Abfall gelagert, die Beschwerden von Nachbarn blieben ergebnislos.

Auch die Bezirkshauptmannschaft Güssing unter ihrer damaligen Leitung kommt in dem Bericht der Volksanwaltschaft nicht gut weg. Die BH sei "lange Zeit untätig" geblieben und habe eine "grobe Verfahrensverzögerung" verursacht, hieß es damals.

2012: Tonnenweise Mist

Auch was 2012 in der ersten Räumungs-Tranche entsorgt wurde, lässt sich dem Bericht entnehmen: "10,76 Tonnen Restmüll, 1,69 Tonnen Reifen mit Felgen, 0,25 Tonnen Eternit, 99 Kilo Werkstättenabfälle, 610 Kilo Reifen ohne Felgen, 46 Kilo Altöl, sechs Autowracks, Autobatterien, vier Lkw-Wracks, kaputte Holzanhänger, Eisen-, Kunststoff- und Metallabfälle, kaputte Fahrräder und Mopeds, mit Mineralöl kontaminiertes Wasser".
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