23.08.2016, 02:30 Uhr

"Urlaub im Kellerstöckl" soll forciert werden

Urige Kellerstöckl wie jenes von Theresia und Alois Leitner in Sumetendorf sollen verstärkt für Südburgenland-Urlaube angeboten werden.

Gemeinsame Betriebs- und Buchungsstelle geplant

"Die Ruhe und die schöne Landschaft" - so bringt Alois Leitner den Erholungsbedarf der Urlauber auf den Punkt, die in seinem Kellerstöckl Quartier beziehen. Meist sind es Gäste mittleren Alters aus Wien oder aus den westlichen Bundesländern, die Urlaub im ehemaligen Weinkeller in den Sumetendorfer Bergen buchen.

Aufwachen im Weingarten

"Unsere Gäste mögen es, wenn sie jeden Morgen quasi im Weingarten aufwachen können", schildert Isabell Wurglits, die seit zwei Jahren am Csaterberg bei Kohfidisch ein Kellerstöckl zum Übernachten anbietet. Ihre Gäste buchen online, bekommen einen Schlüsselcode aufs Handy geschickt und versorgen sich während ihres Aufenthalts selbst.

Ausweitung

Knapp 40 solcher Kellerstöckl in den Bezirken Güssing und Oberwart - selten mit mehr als zwei Betten - sind mittlerweile auf die Beherbergung von Gästen eingerichtet. Geht es nach den Tourismusverantwortlichen, sollen es bald mehr werden. Sie planen, für potenzielle Urlauber eine zentrale Buchungsstelle einzurichten, die Kellerstöckl zu kategorisieren und ihren Besitzern bei Betrieb, Organisation und Marketing behilflich zu sein.

Zentrale Buchung

"Das Urlauberverhalten ändert sich rasant. Immer mehr buchen online und wollen nicht von einer Stelle zur nächsten telefonieren, ob und wo gerade etwas frei ist", sagt Harald Popofsits vom Tourismusverband der Region Güssing. "Ein gemeinsamer Betrieb hätte den Vorteil, das sich die Besitzer um nichts Organisatorisches zu kümmern brauchen. Die Nachfrage ist da - wenn wir sie nicht decken können, verlieren wir Gäste."

An die 1.000 Kellerstöckl

Potenzial ist genug vorhanden. An die tausend Kellerstöckl stehen in den Weinbergen zwischen Rechnitz und Heiligenbrunn. Rund 800 dürften von der Bausubstanz gesehen für eine Beherbergung geeignet sein, schätzt Popofsits. Ziel sei es, insgesamt über 100 Betten anbieten zu können.

"Nur noch rund 20 Prozent der Keller werden für die Weinwirtschaft genutzt", sagt Johann Weber, Obmann des Naturparks Weinidylle. Seine Organisation versucht, für das Projekt EU-Fördermittel aufzutreiben. Können auch ungarische Kellerbesitzer jenseits der Grenze mit ins Boot geholt werden, steigen die Förderchancen.

Kellerbesitzer gesucht

Der Tourismusverband sucht jedenfalls weitere Kellerbesitzer, die zu Touristikern werden wollen. "Wir informieren auch über Landesförderungen, die für Adaptierungen des Gebäudes möglich sind", sagt Popofsits. "Umbauten sind möglich, müssen aber den geltenden Bebauungsrichtlinien entsprechen, um den Gesamtcharakter zu erhalten", ergänzt Weber.

Information:
Tourismusverband Güssing, 03322/44003, guessing@suedburgenland.info
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Harald Schober aus Weiz | 23.08.2016 | 21:33   Melden
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