04.07.2016, 20:32 Uhr

Senioren Wandern in Hopfgarten

Elsbethen Kapelle bei Hopfgarten im Brixental
Eine Wanderung vom Bahnhof an der Talstation der Salvenbahn. Jeder Zug hält hier. Bis zum Weiler Hörbrunn der einstigen Glashütt. Vorbei und Besichtigung der Elsbethenkapelle und der Ruine Engelsberg. Der Weg zur Burgruine ist leider etwas steil, aber nicht weit. Zu Fuß bis zum „Salvenland“ mit einem großen Baggersee und Liegewiesen sowie Gastronomie. Dann weiter zum Weiler Hörbrunn.

Vom Bahnhof geht der Weg ein paar Minuten an der Brixentalstrasse entlang (ca. 10 Min) bis zum Ortsteil Haslau. Dann auf einen schmalen Weg hinter der Brücke links einbiegen Die Beschilderung ist „Engelsberger Rundweg“ Auf diesen einsamen Weg zwischen schmucken Häusern sieht man bald eine kleine Kirche, die Elsbethenkapelle am Fuße des Glanterer Kogels. Erbaut um 1494 von Bartholomäus Hamersbach, der einst Probst der Burg Engelsberg war. Der Altar stammt aus der Zeit um die Mitte des 18. Jh.s. An der unteren Seite des Bildes sieht man eine Abbildung der Burg Engelsberg zu der wir uns jetzt auf den Weg machen.

Leider ist der Weg etwas steil aber nicht weit. In spätestens 20 Minuten leicht erreichbar. Es sind nur mehr spärliche Reste der einstigen Burgfeste erhalten, darunter auch eine Zisterne und Reste der Toranlage. Während der Bauernkriege erlitt die Burg im Jahre 1526 zwar schwere Beschädigungen, wurde aber einigermaßen hergerichtet und stand bis in das 17. Jh. in Verwendung. Danach verfiel sie. Heute ist der Rest restauriert. Wir gehen wieder von der Burg herunter und benutzen den Rundweg „Hörbrunn“ In einer halben Stunde erreichen wir das Freizeitpark „Salvenland“. Der Weg führt durch schattigen Wald

Der Kelchsauer Ache entlang führt uns der Weg am kühlen Wasser entlang. Es sind genügend Bänke, sogar Liegestühle vorhanden zur Rast für die Wanderer. Kaum beginnt der Wald sich zu lichten gleitet der Blick auf ein liebliches Tal und wir sehen den Weiler Hörbrunn. Anfangs des 17. Jahrhunderts entdeckte man in Kelchsau am Glantersberg Kiesel, das ist Quarz. Damit hatte man ein wertvolles Rohmaterial zur Glaserzeugung. 1779 entstand eine Glashütte in Hörbrunn.
Die größte Blüte hatte die Glasfabrik unter der Familie Friedrich erlangt. Sie
kauften die Glashütte 1820. Die Familie war reich und wohltätig. Sie baute
Arbeiterhäuser, eine Mühle mit Bäckerei und ein Sägewerk.

Das Absolute Hylight dieser Wanderung ist die Kirchenruine in Hörbrunn. Ein kurzer Weg vom Herrenhaus führt zu dieser Kirchenruine.
Sogar einen Kirchenbau begann die Glasherren für sich und die ca.120 Arbeiter im Jahr 1870. Dieser musste aber nach 2 Jahren eingestellt werden weil sich die finanzielle Lage sehr verschlechterte. Die Kirchen Ruine ist heute noch zu sehen. Wie der versteinerte Teil eines verwunschenen Schlosses mutet dieser Kirchenbau im Walde an.
Die „Glasherren“ hatten übersehen, dass durch die Eisenbahn andere
Verkehrsverhältnisse und Handelsvoraussetzungen entstanden waren. Auch
hatten sie versäumt, die Maße ihrer Hohlgefäße auf das Litersystem umzustellen. So wurde die Fabrik 1880 geschlossen. Zu den besten Zeiten wurden die Glaswaren und kostbare Luster hier gefertigt und bis nach Venedig uns auch Prag ausgeführt.

Das Herrenhaus, und die Ruine stehen noch. Im Jahre 2010 wurde die Ruine renoviert. Eine Merkwürdigkeit im Chor zeigt dass die Kanzel ausgeklappt werden konnte. Meines Wissens die einzige Kirche Tirols die „ausklapbar“ war.

Adi Sparber
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