17.04.2016, 13:38 Uhr

Besuch der Burgkapelle der einstigen Burg Aufenstein

Blick in die ehemalige zwei Geschossige Burgkapelle der einstigen Burg Aufenstein
Kunst und Kulturwanderungen

Burgkapelle der einstigen Raubritter von Aufenstein

Die Herren von Aufenstein werden seit dem Beginn des 13. Jh.s erwähnt und sind Ende des 14. Jh.s ausgestorben. In der Burg am Eingang des Navistales wurde 1308 die von Heinrich von Aufenstein erbaute Kapelle geweiht. Die Burg wurde 133wegen Rebellion ihrer Besitzer zerstört, 1430 wurde nur mehr "der Burgberg zu Aufenstein samt dem Gemäuer" zum Lehen gegeben. Nach anderen Nachrichten wäre die Feste noch im ganzen 15. Jh. bewohnt geblieben. Auf jeden Fall ist sie schon früh verfallen. Bis heute hat sich neben der Kirche St. Kathrein nur mehr die ehemalige zweigeschossige Burgkapelle (mit interessanten Wandgemälden des 14. Jh.s) und dahinter kümmerliches Mauerwerk erhalten, während an Stelle der eigentlichen Burg die heutige Kirche steht.

Hoch über dem Eingang ins Navistal blicken von einem vorspringenden Hügel das Kirchlein von St. Kathrein und die Burgkapelle von Aufenstein ins Tal herab. Hier stand einst die trutzige Burg Aufenstein, Sitz des gleichnamigen tirolischen Adelsgeschlechtes, das schon im 12. Jahrhundert urkundlich genannt wird. Ihr Wappen war die Eule, die man im Mittelalter “Auf” nannte. Lange waren die frommen und kunstsinnigen Aufensteiner treue Gefolgsleute der Grafen von Tirol. Freigiebig beschenkten sie das Kloster Wilten, wo sie ihre Familiengruft hatten. Dies änderte sich, als der mächtige Konrad III. von Aufenstein,der die Funktion eines Landeshauptmanns von Kärnten inne hatte, sich gegen die Interessen Tirols entschied. Als der Sohn Meinhards II., Heinrich, der letzte männliche Tiroler Graf und Herzog von Kärnten aus dem Stamm der Görzer, 1335 starb, schlug sich der Aufensteiner nicht auf die Seite der Tochter Margareta (Maultasch), sondern auf die Seite der stärkeren Habsburger. So konnten diese Kärnten erwerben. Aus Rache wurde daraufhin die Burg Aufenstein vom 1. Mann Margarethes, Ludwig von Böhmen 1336 berannt und weitgehend zerstört. Nur die Burgkapelle blieb verschont. Knapp hundert Jahre später verwendete man die Steine der ruinösen Burg zum Bau der gotischen Katharinenkirche, die 1718 barockisiert wurde. Die Kapelle ist heute Eigentum der Pfarre Matrei am Brenner.

Sage der Raubritter von Aufenstein

Im Schloss Aufenstein, in der Nähe des Weiler Mühlen am Eingang ins Navistal, lebten einst drei Brüder, die durch ihr wildes Wesen und ihre Raubgier zum Schrecken der Umgebung wurden. Die Aufensteiner überfielen, plünderten und töteten nicht nur vorüberziehende Kaufleute, sondern verwüsteten auf ihren Raubfahrten und Ritten die Felder und Saaten der Bauern. Wenn in der Schlosskapelle, dem Kirchlein St. Katharina, der Kaplan die hl. Messe las, kamen die drei Ritter wie zum Trutz in die Kapelle, leerten dort ihre Humpen und huldigten dem Kartenspiel, so dass das Gotteshaus zur wüsten Schenke entweiht wurde. Die Mahnungen des Priesters erwiderten die wilden Gesellen mit Hohn und Spott. Als der Kaplan im Beisein der zechenden Ritter während der Wandlung den Kelch mit dem heiligen Blut emporhob schwenkten die Aufensteiner ihre mit Wein gefüllten Becher und schrien in frevelhaften Hohn :”Das ist unser Blut”! In diesem Augenblick erbebte die Erde, aus der Tiefe stieg der Satan, ergriff die drei Frevler und zerschmetterte sie an der Wand der Kapelle. Die entstellten Leichname warf der Teufel in die Tiefe des Navisbaches, über dessen Wasser ihre Geister seufzend schweben. Noch heute sind die Blutspuren an der Außenseite der Schloßmauer sichtbar. Schloss Aufenstein, der Sitz des Frevler, ist längst zerfallen, nur das Kirchlein St. Katharina erinnert noch an das Schloss und seine Herren ...

Wanderungen des PVÖ der Ortsgruppe Hall in Tirol.
Seit neuestem mache ich (Adi Sparber) Kunst und Kulturführungen in Tirol durch,
die bis jetzt auch angenommen werden. Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmittel wie Bahn oder Bus bis in die Nähe der Objekte führen. Den Rest des Weges gehen wir zufuß.

Bilder und Text von Adi Sparber. / Nächste Wanderung führt uns auf den Spuren der hl. Notburga bis nach Rotholz, von hier zufuß zur Burgruine Rottenstein.Burgkapelle von Aufenstein
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