19.07.2016, 10:02 Uhr

Die Haller Südtiroler Siedlung will Sanierung

Klaus Pernthaler lässt sich nicht runterkriegen: Er will der krassen Erhöhung der Betriebskosten auf die Spuren kommen.

Seit Jahren müssen sich die Bewohner der Haller Südtiroler Siedlung anhören: Für Sanierung gibt's kein Geld.

HALL. Für Klaus Pernthaler – seit 1953 Bewohner der Südtiroler Siedlung (Straßenzüge: Kranewitterstraße, Milser Straße, Gilmstraße) – ist die Argumentation der Neuen Heimat Tirol (NHT) – Verwalter der Gebäude – unverständlich. Er stellt sich die Frage: "Wie kann es sein, dass es für Sanierungen in Innsbrucker NHT-Häusern und sogar für neue Gebäude genug Geld vorhanden ist. Unsere Häuser und Garagen sind jedoch seit den 70ern nicht mehr angefasst worden?"


Widerstand auf vielen Ebenen

Pernthaler führt seinen Widerstand gegenüber der NHT auf mehreren Ebenen: Garagen, Hausmeisterkosten, Thermosanierung und viele andere Themen sind ihm ein Dorn im Auge. Außerdem haben sich auch die Betriebskosten seit letztem Jahr ernorm erhöht. War die Erhöhung im vorigen Jahr noch um die neun Euro im Monat, so war es heuer schon 58 Euro mehr. "Die Leute sind aufgebracht und verstehen nicht, wie die Betriebskosten so drastisch gestiegen sind." Klaus Lugger, Geschäftführer der NHT, erklärt: "Die Betriebskosten legen wir nicht auf Gutdünken fest: Das kommt auf die Kosten der Gemeinde an. Wenn die den Preis für Wasser-, Strom- oder Müllgebühren erhöht, scheint das auch in der Betriebskostenabrechnung der MieterInnen auf."


Außenanlagenbetreuung zu teuer

Beim BEZIRKSBLÄTTER-Besuch listet Pernthaler die Kosten auf. Beispielsweise die Instandhaltung der Außenanlagen – sprich, Gartenarbeiten wie Rasenmähen oder Schneeräumarbeiten. "Die sind fast ums Dreifache gestiegen, dabei ist die Anlage ja immer die Gleiche", meint er aufgebracht. Auch dafür liefert die NHT eine Erklärung: Es handle sich um außergewöhnliche Gartenarbeiten, die angefallen waren. Drei Bäume mussten letztes Jahr gefällt werden. Das schlägt sich in den Betriebskosten nieder und bedeutet einen erheblichen Kostenpunkt in der Abrechnung. "Was in der nächsten Betriebskostenberechnung wieder verschwinden könnte", wie die für die Hausverwaltung verantwortliche NHT-Mitarbeiterin Heidi Geisler meint.


Wunder Punkt: Garagen

Ein besonders wunder Punkt für Pernthaler ist aber auch der Zustand der 18 Garagen am Areal der Südtiroler Siedlung. Seit den Siebzigern wurde hier nichts getan. Das Dach ist verrostet, die Wände durchnässt, die Fassade bröckelt: "Dabei verlangt die NHT 65 Euro Miete im Monat, umgekehrt kommt sie aber ihren Verpflichtungen nicht nach." Er habe seine Garage auf eigene Kosten saniert, das wäre aber nicht der richtige Weg, wie er meint. Seitens der NHT kommt die Antwort: "Im Zuge der Thermosanierung wird auch die Garage renoviert." Auf einen Zeitpunkt wolle man sich aber nicht festlegen. Einen Erfolg konnte Pernthaler an seinen vielen Fronten mit einer Unterschriftensammlung erreichen: Die unbeliebte Hausmeisterfirma wurde gekündigt – ab 1. August wird es eine neue geben.
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