02.08.2016, 13:18 Uhr

Erfolg in Hall: Integration geht durch den Magen

Erfolgsprojekt "Asylgerichte": Am letzten Abend vor der Sommerpause wurden nigerianische Köstlichkeiten aufgetischt. (Foto: Asylgerichte)

Mit einem Vorzeigeprojekt will man geflüchtete Menschen kennenlernen, die in der Nachbarschaft leben.

HALL (acz). Rebecca Schett ist eine der drei Freiwilligen, die das Projekt "Asylgerichte" in Hall im Stromboli ins Leben gerufen haben. Dabei war das Ziel, die Leute im Flüchtlingsheim von Kleinvolderberg kennenzulernen: "Das Heim und die Leute sind nicht greifbar und sichtbar gewesen. Das wollten wir ändern", erklärt sie den BEZIRKSBLÄTTERN gegenüber.

Ideenkanal-Gewinner

Von der Idee, einen gemeinsamen Kochabend für Flüchtlinge und Einheimische zu organisieren, waren nicht nur die Leitung des Flüchtlingsheims und die Flüchtlinge begeistert, sondern sie hat auch beim Ideenkanal – eine Unterstützung seitens des Landes für gute Ideen – gepunktet. "Asylgerichte" war unter den fünf GewinnerInnen und bekam 1.500 Euro und ein Coaching zur professionellen Ausarbeitung des Projektes. Aus dem Geld konnten die Freiwilligen von "Asylgerichte" Küchenutensilien kaufen, mit dem Coaching konnten sie ihre Idee so weit ausarbeiten, dass sie es nun anderen Gemeinden auch zur Verfügung stellen. In Jenbach und Oberperfuss läuft es schon, demnächst wird auch Wattens die Idee übernehmen.

"Asylgerichte" ist Selbstläufer

Wie Schett erklärt: "Das Projekt ist ein Selbstläufer. Alle kochen zusammen. Einzelne helfen bei der Zubereitung, andere quatschen und tauschen sich aus. Es ist sehr unverkrampft und unkompliziert, man kommt leicht ins Gespräch." Anfangs gibt es natürlich Berührungsängste, aber die verfliegen schnell: Man redet über die Essgewohnheiten, die Küche, darüber, wie ein Asylverfahren abläuft, manchmal auch über die Gründe der Flucht, Heimat und Krieg. Eine Nation – 2 bis 5 Personen – lädt zu "Asylgerichte" ein. Platz gibt es für 20 bis 25 Gäste im Stromboli in Hall. Die Abendessen – die am letzten Mittwoch des Monats stattfinden – sind fast immer ausgebucht.

Es ist ein Weg zur Integration: Es wurden mittlerweile einige Freundschaften geknüpft, andere Flüchtlinge haben durch "Asylgerichte" vom Fußballverein erfahren – "es entsteht ein Kontakt, es werden gute Beziehungen aufgebaut", hat Schett beobachtet. Jetzt geht es in die Sommerpause: Am 28. September sind "Asylgerichte" wieder da. Weitere Infos: www.stromboli.at
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