14.09.2016, 14:00 Uhr

Langes Warten auf neuen Kindergarten in Thaur

Das Projekt neuer Kindergarten und betreutes Wohnen in der Vigilgasse wurde vergangenes Jahr beschlossen, die Umsetzung ist aber in Frage gestellt. (Foto: Grafik: WE)
THAUR. Vor einem Jahr wurde der Bau eines neuen Kindergartens und eines Zentrums für betreutes Wohnen in der Vigilgasse beschlossen. Zahlreiche Anrainer haben dagegen Einspruch erhoben, das Projekt landete beim Landesverwaltungsgerichtshof.
Erst jetzt befasst sich das Gericht überhaupt mit den Argumenten der einzelnen Beschwerdeführer, zuvor mussten die Unterlagen ergänzt werden, weil der Bebauungsplan und der Baubescheid unvollständig waren.

Keine Zufahrt

Außerdem ist noch nicht genau entschieden, wie die Zufahrt zur Tiefgarage gestaltet werden soll. Für die Forderung, die Gemeinde sollte 200.000 Euro für die unterirdische Zufahrt beisteuern, gibt es keinen Gemeinderatsbeschluss.
Bei der Wahl im Frühjahr wurde Christoph Walser, ein Kritiker des Projektes, zum neuen Bürgermeister gewählt. "Ich bin für einen neuen Kindergarten und das Zentrum für betreutes Wohnen, aber ich halte den Standort in der Vigilgasse für nicht ideal", erklärte er vor und nach der Wahl. Walser stört, dass die Grundbesitzer nicht das Grundstück sondern nur das Baurecht an eine Wohnbaugesellschaft verkauft haben, und die Gemeinde dann nur Mieter und nicht Eigentümer wäre. "Besser wäre es, wenn wir den Kindergarten und das Heim für betreutes Wohnen auf eigenem Grund bauen könnten", ist sich Walser sicher.

GR Bertsch drängt

"Das Projekt Vigilgasse ist baureif und auch finanziell für die Gemeinde vorteilhaft", meint GR Joe Bertsch (Grüne). "Wenn die Einsprüche abgewiesen werden, hoffe ich doch sehr, dass es auch umgesetzt wird. Es gibt keine Ersatzstandorte und auch keine Kostenschätzungen für andere Projekte. Wir brauchen den Kindergarten aber dringend."

Walser will Umplanung

Bgm. Walser glaubt inzwischen nicht mehr, dass das Projekt Vigilgasse wie geplant umgesetzt wird. "Es gibt intensive Gespräche mit der Wohnbaugesellschaft. Wir suchen nach Alternativen. Dort könnten ja z. B. Startwohnungen für junge Thaurer Familien entstehen. Wir werden das auch im Gemeinderat diskutieren. Ich hoffe auf eine Lösung mit einer großen Mehrheit, bei der es keine Verlierer gibt. Für den Kindergarten gibt es mehrere alternative Standorte, in Kapons, beim Sportplatz oder auf einem Grundstück, welches uns mitten im Ort zum Kauf angeboten wurde. Wir müssen uns jetzt beraten und dann ein neues Projekt zügig angehen, damit die Verzögerung nicht zu groß wird", meint Walser abschließend.
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