24.09.2016, 18:53 Uhr

ubuntu-Ausstellung: LOST von Susanne Kircher-Liner

ubuntu-Ausstellung LOST weg-sein von Susanne Kircher-Liner in der Burg Hasegg in Hall alle Fotos: Benjamin Seigis
Hall in Tirol: Burg Hasegg Münze Hall | Sie ist eine hervorragende Porträtistin, die mit Gefühl und Akribie die Schwermütigkeit, als auch die Leichtigkeit des Seins auf die Leinwand bannt. In ihren Arbeiten schließt sich nichts aus. Die Künstlerin verbindet Malerei und Zeichnung zu einem sensiblen Gesamtwerk. Als Malerin führt sie mit exakten Pinselstrichen das Diffuse des feinstofflichen Lebens in den Kosmos des Großen und Ganzen. Als Zeichnerin tastet sie sich an digitalen Strukturen entlang, um zu zeigen, wie sehr sich der Mensch darin verlieren kann. Ein Gewirr aus Strichen und Linien ergibt eine homogene Skulptur, die uns unsicher werden lässt: Ist die Virtual Reality schon längst unser aller Alltag?
Susanne Kircher-Liner beschäftigt sich in ihrer aktuellen ubuntu-Ausstellung in der Burg Hasegg in Hall mit der zunehmenden Digitalisierung kindlicher Lebenswelten. Verlieren sich Kinder in den digitalen Medien? Gehen sie darin verloren? Machen digitale Medien Kinder süchtig? Wie viel Tablet, PC, Smartphone und Internet ist Kindern zumutbar? Schaden sie langfristig dem jungen Körper und Geist? All diese Fragen werfen die intensiven Malereien der Künstlerin auf. Dr. Christian Honold, Psychologe und Geschäftsführer der SOS-Kinderdorf Hermann-Gmeiner-Akademie nahm in einem persönlichen Statement aus wissenschaftlicher Sicht dazu Stellung. Dr. Peter Quehenberger hielt eine Laudatio zur Kunst von Susanne Kircher-Liner.

In "LOST weg-sein" stellt die Künstlerin mit großformatigen Malereien und Zeichnungen die Frage nach der Identität der jungen Generation, die sich immer mehr in der Virtual Reality verliert und ihre fließenden Grenzen mit der Realität vermischt. Die fortgeschrittene Technologie ermöglicht eine hohe Immersion, ein konzentriertes interaktives Eintauchen in eine künstliche Welt durch Auflösung der räumlichen Grenzen ohne begrenzte Informationsfülle, kombiniert mit einem variablen Ego. Wie lotet sich die Jugend in den Welten aus und wie verhält sie sich schließlich und findet Realbewusstsein, wenn ein schillernder Traum durch Konfrontation zerplatzt?

Die Ausstellung "LOST" ist bis 6. November 2016 zu sehen.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Montag geschlossen.
Letzter Einlass jeweils um 16 Uhr.

Susanne Kircher-Liner (geb. 1976), lebt und arbeitet in Schwaz
2009-2010 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf (Klasse Prof. Martin Gostner) Mitglied der Tiroler Künstlerschaft – Förderpreis für Zeitgenössische Kunst 2016

www.ubuntu-kulturinitiative.com
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.