02.04.2016, 17:10 Uhr

Umjubelte Aufführung von "Ladies Night" des Theaters Rum

Benno (Hansjörg Bertignoll) kann's nicht glauben: Das soll ich anziehen? (Foto: Theater Rum)

Theaterbesprechung von Peter Teyml

RUM. Diese Komödie von Stephen Sinclair & Anthony McCarter ist seit ihrer Verfilmung
(„Ganz oder gar nicht“) vor nun schon einigen Jährchen immer noch ein absoluter Hit auf professionellen und Laienbühnen.
Dass Theater Rum, welches sich schon auf gewagte Aktionen mit Erfolg eingelassen hatte, dieses Stück eines Tages realisieren würde, war der heimliche Wunsch vieler Fans und am 1. April (kein Scherz!) Wirklichkeit geworden. Und dass die international tätige und in Rum schon mehrfach bewährte Regisseurin Ursula Lysser Spiel und Choreographie wieder in die Hand nehmen würde, war Teil dieses Wunsches. Und ehrlich gefragt: Wer wüsste besser als eine Frau, was Ladies bewegt?
Das Bühnenbild (genial gestaltet von Martin Moritz & Co) signalisiert die triste Atmosphäre einer heruntergekommenen Industriestadt. Und zur Story: Drei ehemalige Bauarbeiter sind verzweifelt: kein Job, kein Geld, keine Perspektiven, kein privates Glück – nur der temporäre Trost aus der Bierdose. Da hören die Männer von einer Striptease-Show in der Stadt und der Möglichkeit, damit „Kohle zu machen“. Sie beschließen, drei Partner für ein solches Vorhaben zu suchen und finden mit den Hinzugekommenen nach mühsamen Proben immer mehr zusammen, die Loser mutieren zu selbstbewussten Männern, die dem Erfolg entgegen tanzen wollen.
Zum Schreien gut sind die Szenen mit den Stripdemos der unterschiedlichen Typen – vom Macho bis zum Milchbubi, Hansjörg Bertignoll brilliert als Benno mit aggressiver Präsenz, Bernhard Rieder ist der eloquente Ideensammler Gregor, Georg Mader überzeugt herrlich als schwuler Gavin, der sich in das Muttersöhnchen Norbert (köstlich patschert Dominik Kapferer) verliebt. Engelbert Habicher verwandelt sich vom namenlosen Sandler in den flotten Gottfried mit einer Vergangenheit als Tanzlehrer, und Martin Moritz kann der Figur des russischen Profis Wassili hinreißend Ausdruck verleihen.
Die Hüllen sind gefallen: für Statistiker: In acht Szenen und zwei Akten haben sechs Männer auf der Bühne und ein zwölfköpfiges Kreativteam im Hintergrund vollendeten Spaß ermöglicht und ein begeistertes Publikum zum Mitgehen animiert. Und last, but not least – Kostüm, Maske, Bühne, Licht und Ton: perfekt, hoch professionell und doch leichtfüßig.
Ein kreischverdächtiges Vergnügen – bis zum 17. April im FoRum.
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