13.03.2016, 11:34 Uhr

Wald im Mittelgebirge ist für alle da

Waldaufseher Georg Kinzner ist zwar lieber in der freien Natur, aber auch Büroarbeit muss sein.

Als Waldaufseher ist Georg Kinzner seit über 20 Jahren Herr über 1200 Hektar Bergwald.

ALDRANS. "Wenn ich eines weiß, dann dass mir die Arbeit sicherlich nie ausgehen wird”, so Georg Kinzner, seines Zeichens Waldaufseher in den Gemeinden Lans und Aldrans. Das Aufgabengebiet des Rotholz-Absolventen ist mannigfaltig und reicht von der Wildbachaufsicht über die Bemessung und Bewertung von Baumbeständen bis zur Waldverjüngung. “Ich muss darüber wachen, dass die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden, und auch die rasche Umsetzung von Bescheiden zählt zu meinen Aufgaben”, so der Waldaufseher. “Leider ist es manchmal so, dass viele Leute den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.” Kinzner meint damit die unterschiedlichen Interessen, denen der Bergwald zwischen Patscherkofel und Glungezer ausgesetzt ist.

Waldfunktionen und Nutzungsdruck

Am wichtigsten erscheint ihm die Bannwaldfunktion, welche die Unterlieger vor Lawinenabgängen, Hangrutschen und anderen Naturereignissen schützt. Hierfür sind starke, tief wurzelnde Bäume notwendig. Gleich danach kommt die Wirtschaftsfunktion des Waldes, welche an einer möglichst raschen Umtriebszeit der Bäume interessiert ist. Schließlich setzen die Erholungsfunktion des Waldes als Kulisse für Schifahrer, Bergwanderer und Mountainbiker sowie seine ökologische Funktion als Wohnort für Rotwild, Vögel und anderes Kleingetier eine möglichst bunte Zusammensetzung der Baumarten und intakte Waldränder voraus. “All diese Interessen prallen im Wald aufeinander und bedürfen einer für alle Parteien akzeptablen Lösung”, umschreibt Kinzner den unterschiedlichen Nutzungsdruck auf “seinen” Wald. “Mittlerweile sind zumindest die Eigentumsverhältnisse geklärt, trotzdem würde ich mir wünschen, dass alle Parteien etwas mehr Verständnis füreinander aufbringen”, so Kinzner abschließend.
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