30.03.2016, 16:30 Uhr

Durch die Rumer SPÖ-Fraktion geht ein tiefer Riss

Bild aus besseren Tagen: Bgm. Edgar Kopp (re.) holte Romed Giner 2010 in die Politik, jetzt ist Giner Vizebürgermeister.

Romed Giner wurde gegen den Willen von Bgm. Edgar Kopp SPÖ-Vizebürgermeister von Rum

RUM. Bisher stellte die SPÖ mit Christoph Kopp und Erna Langhofer beide Vizebürgermeister in Rum. Nach dem Verlust der absoluten Mehrheit steht für die SPÖ aber nur mehr ein Vize-Posten zur Verfügung.
Bgm. Edgar Kopp wollte dass sein Sohn Christoph Kopp wieder Vizebürgemeister wird. Erna Langhofer, die auch gerne diesen Posten bekleidet hätte, legte darauf hin alle politischen Ämter nieder und verzichtete sogar auf ihr Gemeinderatsmandat. Der Weg wäre also eigentlich für Christoph Kopp frei gewesen. Nur 10 Minuten vor der konstituierenden Gemeinderatssitzung lies dann GR Romed Giner eine politische Bombe hochgehen. Er überraschte Bgm. Kopp mit seiner eigenen Kandidatur. Da Giner vier andere SPÖ-Gemeinderäte hinter sich hatte, beschloss die SPÖ-Fraktion mit einer 5:4-Mehrheit, dass Giner für die SPÖ für die Vizebürgermeisterwahl kandidiert. Giner wurde dann auch vom Gemeinderat mit acht Stimmen zum 1. Vizebürgemeister gewählt, 2. Vizebürgermeister mit sieben Stimmen wurde Franz Saurwein (ÖVP-nahe Liste "Zukunft Rum"), vier Stimmen waren ungültig.

Bgm. Edgar Kopp ist enttäuscht

"Mir ging es darum, einen Vizebürgermeister einzusetzen, der einmal meine Nachfolge antreten kann. Christoph ist mit 50 Jahren im richtigen Alter. Er war die letzten sechs Jahre ein sehr engagierter Vizebürgermeister und hat viel Wissen und Erfahrung. Erna Langhofer, die ich sehr schätze, hat auch hervorragende Arbeit geleistet, aber ist schon 65 und wäre zu bei den nächsten Wahlen wohl zu alt um zum ersten Mal Bürgermeisterin zu werden", erklärt Bgm. Kopp und betont: "Christoph Kopp wäre der beste Kandidat gewesen, das hat nichts damit zu tun, dass er mein Sohn ist.
"Ich fürchte, das ist der Anfang vom Ende der erfolgreichen Arbeit der SPÖ in Rum. Alles was zuerst Hans Tanzer ab 1968 und ab 1987 ich aufgebaut hat, ist in Gefahr", gibt Bgm. Kopp zu bedenken.
"Am meisten stört mich, dass die Fraktion immer noch den Namen "Bürgermeister Edgar Kopp, SPÖ und Parteifreie" trägt, der für den Erfolg meiner Arbeit in den vergangenen Jahren steht", meint Bgm. Kopp.

Vizebgm. Giner glaubt an Versöhnung

"Dass Erna Langhofer nicht Vizebürgermeisterin werden soll, hat für viel Unmut gesorgt, die Mehrheit wollte nicht Christoph Kopp wählen. So kam es zu dem anderen Wahlvorschlag", erklärt der neue Vizebürgermeister Romed Giner, der trotz der Kritik des Bürgermeisters optimistisch bleibt: "Ja es gibt derzeit Spannungen innerhalb der Fraktion, aber ich glaube dass wird sich wieder legen. Wir sind ja alle gewählt und müssen für das Wohl der Gemeinde zusammenarbeiten."
Rein formal hat Giner damit recht. Bürgermeister, Vizebürgermeister und Gemeinderat sind für die nächsten sechs Jahre gewählt, niemand kann zum Rücktritt gezwungen werden. Die SPÖ-Fraktion bleibt formal bestehen, die Abspaltung einer zweiten sozialdemokratischen Fraktion ist nicht möglich. In einiger Zeit, wenn der Ärger verflogen ist, versöhnen sich die Streitparteien vielleicht wieder.
Eines stellt Bgm. Kopp aber gleich klar: "Wenn es meine Gesundheit zulässt, werde ich mein Amt bis zum letzten Tag ausüben. Und bei der nächsten Wahl ist dann Romed Giner auch schon 65 Jahre alt, da wird er auch nicht mehr Bürgermeister werden."
Link zum Kommentar "Das "rote Rum" könnte bald Geschichte sein"
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