22.06.2016, 12:42 Uhr

Täufer in Hartberg (500 Jahre Reformation: Teil 1 von 4)

Hartberg: Schloss Hartberg | Am Dienstag, den 21. Juni waren wir in Hartberg, unterwegs um ein neues Video aufzunehmen. An der alten Stadtmauer fanden wir einen geeigneten Ort dafür. Pflastersteine und Torbögen boten ein mittelalterliches Ambiente, wie es in dem Buch „Was suchst du?“ beschrieben wird. Die Geschichte des Buches handelt von der Reformation in der Pfalz und so war es naheliegend, auch in Hartberg Spuren der Reformation zu suchen.

Richtig fündig wurde ich erst zu Hause am Computer. Hier fand ich das außergewöhnliche Buch von Paul Dedic, woraus ich, nach Einholung der Erlaubnis, kurz zitieren möchte:

Daß taufgesinnte Sendboten bereits im ganzen Lande predigten, zeigt der Umstand, daß man sie in Rottenmann, Graz und Hartberg fast um die gleiche Zeit aufgriff und bestrafte. In Leibnitz, wo mehrere Personen wegen ihrer wiedertäuferischen Gesinnung eingekerkert worden waren, verfuhr man besonders streng. Das Haupt der Sektierer, ein Bogner, war geflohen. Im Auftrage der Regierung befahl der Landeshauptmann dem in Leibnitz residierenden salzburgischen Vizedom, des Bogners Haus, „in dem die Wiedertaufe und das Brotbrechen gehandelt und den Pfaffen Weiber gegeben worden“, niederzureißen. Als der Vizedom sich hiezu nicht rasch genug entschloß, trug Ferdinand in einem eigenen Befehl15.1 Dietrichstein den Vollzug auf. Nur diesem scharfen Zugreifen gelang es tatsächlich, die Wiedertäufer, die sich bereits stark zu verbreiten begonnen hatten, noch rechtzeitig in Steiermark zu unterdrücken. In ihrer Ablehnung waren, wie im Deutschen Reiche, besonders nach dem Münsterer Trauerspiele, die Anhänger der alten wie der neuen Richtung eins, wenngleich es aus evangelischer Seite auch nicht an milden und verständigen Urteilen fehlte; so nannte sie der steirische Landeshauptmann Hans von Ungnad fromme und einfältige Leute, mit denen er lieber nichts Feindliches zu tun haben wolle. Man möge sie laufen lassen und aus dem Lande weisen.

„P. Dedic, … [digitale Version http://repertorium.at/sl/dedic_protestantismus_193... / gesehen am 22.06.2016].

Demnach gab es bereits Anfang des 16. Jahrhunderts Protestanten in Hartberg. Sehr gerne möchte ich hierüber noch mehr in Erfahrung bringen, gerade in Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr 2017, wo an vielen Orten der Reformation gedacht wird.

Im Museum Hartberg soll es im nächsten Jahr ebenfalls eine Ausstellung zu den Themen Glaube, Freiheit und Toleranz geben, darauf freue ich mich auch sehr.
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