25.08.2016, 15:19 Uhr

Willi Schlögl - Sommelier des Jahres

Auch Bernhard Loidl, der in Berlin eine Großbaustelle betreibt, stattete dem Sommelier Willi Schlögl (r.) in der "Cordobar" einen Besuch ab. (Foto: KK)

Als Sohn eines Gastronomen aus Lungitz im Hartbergerland zog Willi Schlögl jun. aus, um die Welt des Weines zu erobern und wurde in Deutschland Sommelier des Jahres.

Eigentlich hätte Willi Schlögl jun. nach Absolvierung der Hotelfachschule in Bad Gleichenberg den elterlichen Betrieb mit einem Gasthaus in Oberlungitz und einigen Buffets in diversen Super- und Baumärkten der Region übernehmen sollen.

Laufbahn lässt sich nicht planen
Doch es kam anders. In der Hotelfachschule in Bad Gleichenberg hatte er einen Zimmerkollegen, der von zuhause immer Weine aus besten Lagen mitbrachte. „Anstatt in der Freizeit in Bad Gleichenberg auf ein Whisky Cola in die Disco zu gehen, saßen wir im Zimmer und genossen besten Wein aus dem Zahnputzbecher. Zuerst zur Belustigung und irgendwann begann der Rebensaft zu schmecken“, sagt Willi Schlögl jun. Das einschneidende Ereignis Richtung Sommelier war eine Weindegustation in Italien während des Jungsommelierkurses. „Unser damaliger Lehrer sowie dessen Passion und Leidenschaft für das Thema Wein waren für mich der entscheidende Punkt. Wenn jemand so eine Liebe für ein Produkt entwickeln kann, dann muss es etwas Großartiges sein“, dachte ich mir und das intensive Interesse am Wein war geweckt.

Gründung der „Cordobar“
Ein Jobangebot in San Francisco scheiterte am USA-Visum und es verschlug Willi Schlögl jun. stattdessen nach Deutschland, wo er in Berlin den oststeirischen „Hotel Adlon“ Sommelier Gerhard Retter kennen lernte. „Wir beschlossen ein Weinlokal zu gründen und fanden in der Großen Hamburgerstraße im Zentrum der deutschen Metropole ein passendes Objekt. Da man in Deutschland viel über Fußball redet, bereicherten wir das legendäre Match von Cordoba bei der WM in Argentinien um das „r“ und der Name „Cordobar“ war geboren.

Sommelier des Jahres
Wer nun glaubt, es wäre ein Fußballerlokal, der irrt. In der „Cordobar“ warten auf die Weingenießer nahezu 1.000 Spitzenweine und Raritäten aus Österreich und Deutschland mit Preisen zwischen 30.- und 2.000.- Euro die Flasche. Weil man zum Wein auch Edles zum Essen braucht, holte sich Willi Schlögl jun. mit Lukas Mraz einen Spitzenkoch, der die Gäste mit Alltagsküche mit avantgardistischen Einschlägen zum Beispiel Tafelspitz-Wrap oder Blutwurst-Pizza verwöhnt und viel dazu beitrug, dass die „Cordobar“ bald zum Besuchermagneten wurde und nach wie vor ist. Das alles trug dazu bei, dass das Branchenblatt "Rolling Pin" Willi Schlögl jun. mit dem renommierten Titel "Sommelier des Jahres 2014" auszeichnete.
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