19.09.2016, 15:50 Uhr

60 Stimmen bewahren Gailtaler Tradition

Die Singgemeinschaft Oisternig ist bis über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt und begeistert weltweit das Publikum (Foto: KK)

Singgemeinschaft Oisternig lädt zu Symposium, Konzert und CD-Präsentation.

FEISTRITZ/GAIL. Am Samstag, dem 24. September, steht in Feistritz an der Gail der ganze Tag im Zeichen der Musik. Unter dem Motto „Viva la musica“ lädt die Singgemeinschaft Oisternig zur Herbstveranstaltung 2016. Diese beginnt mit dem Symposium „Viva la musica?“, mündet in einer kulinarischen Begegnung am Dorfplatz und endet mit dem musikalischen Höhepunkt: dem Konzert „Viva la musica!“, wobei der Chor auch seine neue CD präsentieren wird (siehe Infoboxen).

Einzigartiger Schwerpunkt

Doch was macht die Faszination dieser Chorgemeinschaft aus? Warum bewegt gerade die Musik der Singgemeinschaft Oisternig die Menschen so sehr? „Was unseren Chor von anderen unterscheidet, ist unser Schwerpunkt“, sagt Claudia Leitner, die Obfrau der Singgemeinschaft. „Mit den Liedern aus der Region Feistritz und dem Unteren Gailtal setzen wir uns von anderen Chören ab.“ Seit Generationen hat sich der Chor zum Ziel gesetzt, das musikalische Erbe zu erhalten und weiterzutragen, damit es auch in der Zukunft nicht verloren geht. Das Bewusstsein für Tradition und Heimat steht bei der Singgemeinschaft Oisternig damals wie heute im Mittelpunkt. Das Bewahren des musikalisch-kulturellen Erbes ist auch ein großer Verdienst von Franz Mörtl. Er hat die zumeist slowenisch-sprachigen „Feistritzer Lieder“ gesetzt.


Lieder aus dem Volk

Entstanden sind diese aus dem Volk. „Ursprünglich sind die Lieder aus dem Männergesang und in einer bestimmten Stimmung und Situation im Alltag entsprungen“, weiß Leitner zu berichten. Ein verliebter Bursche hat oft das angebetete Mädel mit seinem Gesang und seiner Stimme für sich gewinnen wollen. Daraus ist ein ganz spezielles Lied entstanden.
Weil die Lieder nicht gekünstelt, sondern ehrlich, geerdet, archaisch sind, tragen sie auch eine bestimmte Schwingung mit sich, die die Herzen der Menschen berührt. Es sind die Emotionen, die großen Gefühle, die in jedem Lied zum Tragen kommen – ob wehmütig, wenn sich die zukünftige Braut von der Mutter verabschiedet, und für die junge Frau ein neuer Lebensabschnitt beginnt, oder mit einer leichten frech-frivolen Note, wie bei manch einem Hochzeitslied.


Musik verbindet

Rund 60 Mitglieder von 15 bis 74 Jahren gehören dem Chor derzeit an. Einmal in der Woche treffen sich alle zur Probe. Das Singen ist die Intention, aber nicht der Hauptgrund fürs Dabeisein. „Es ist die Gemeinschaft, die uns zusammenschweißt. Jeder von uns bringt seine eigene Geschichte mit und hat sein 'Packerl' zu tragen. Man kennt einander gut und hat ein offenes Ohr für sein Gegenüber. Das macht unsere Gemeinschaft zu etwas Besonderem. Beim Singen sind die Alltagssorgen dann ohnehin vergessen“, schmunzelt Leitner.
Die gebürtige Klagenfurterin mit Wurzeln in Vorderberg begann bereits Ende der 80er mit dem Singen in der Singgemeinschaft. „Damals vor gut 30 Jahren ist man noch ins Gasthaus gegangen und hat im Kreise Gleichgesinnter Lieder angestimmt. Heute gibt es das fast nicht mehr“, bedauert sie. Im Chor aber lebt das gemeinsame Singen fort.

Die Fäden in der Hand

Als Obfrau zieht sie seit 2013 die Fäden bei der Singgemeinschaft. „Als ich das ehrenvolle Amt damals übernommen habe, sagte ich: 'Ich kann das unmöglich alleine bewältigen'. Zum Glück habe ich ein tolles Organisationsteam hinter mir und 60 Talente im Chor, wobei jedes Mitglied seine Fähigkeiten in irgendeiner Form einbringt. Ohne die Mithilfe aller wäre die ganze Arbeit, die hinter unserem Chor steckt, nicht zu schaffen.“
Chorleiter Christof Mörtl kann zu Recht als das Zugpferd der Singgemeinschaft Oisternig bezeichnet werden. Er ist es, der mit seinem fachlichen Know-how und mit großem musikalischem Einfühlungsvermögen seine Sänger motiviert und zu gesanglichen Höchstleistungen anspornt.

Kurz gesagt:

Christof Mörtl, Chorleiter der Singgemeinschaft Oisternig, zur Veranstaltung "Viva la musica": "Musik kann begeistern, Musik kann berühren. Sie erzählt uns von Gedanken, Gefühlen, Begegnungen und dringt tief in die menschliche Seele ein. Die Musik begleitet uns durch den Alltag und lässt uns so manchen Augenblick im Jetzt vergessen. Ob beschwingt, bedächtig, mitreißend, beruhigend, tröstend, aufmunternd oder tiefgehend – all diese Stimmungen finden sich in unseren Liedern auf unserer neuen CD "Viva la musica" wieder", informiert Mörtl und feut sich auf zahlreiche Besucher.

Zur Sache

Programm zur Herbstveranstaltung der Singgemeinschaft Oisternig:
Konzertveranstaltung Viva la musica:
Wann: am 24. September 2016
Wo: in Feistritz an der Gail

9.30 bis 16 Uhr: Symposium "Viva la musica?
Bedeutung von Chorgemeinschaften in der heutigen Zeit" in der Musikschule Feistritz/Gail
16 bis 19 Uhr: Kulinarische Begegnung am Dorfplatz Feistritz/Gail

19 Uhr: Konzert "Viva la musica!" im großen Festzelt am Dorfplatz mit Präsentation der neuen CD
Folgende Ensembles werden vertreten sein: Singgemeinschaft Oisternig, der Jugendchor "Young Oisternig", das Jugend-Quartett OisterniX und das Männer-Quintett Oisternig mit dem Tonc Feinig-Trio.

Informationen und Kartenverkauf: Obfrau Claudia Leitner, Tel. 0650/4201065
ClaudiaLeitner@gmx.at, www.oisternig.at

Infos zum Symposium "Viva la musica?":
Es werden folgende namhafte Referenten zu hören sein:
Arnold Mettnitzer (Theologe, Psychotherpeut), Florian Scholz (Intendant Stadttheater Klagenfurt), Clara Sattler (Stimmbildnerin und Sängerin aus Südtirol), Manfred Mauser (Musikerzieher, Leiter des bekannten Volksensembles Popvox, Graz), Peter Wiesflecker (Historiker, Uni Graz), Josef Nadrag (ORF Kärnten) und Franz Mörtl (Musikpädagoge).

Als Rahmenprogramm fungiert das Kunstobjekt Viva la musica.
Namhafte Gailtaler Künstler wie Helga Druml, Edwin Wiegele und Johann Leiler mit den Sängern von Young Oisternig werden das Thema Viva la musica künstlerisch interpretieren.
Die Werke sind am 24. September im Rahmen der Veranstaltung zu sehen.
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